Seo Blogparade: Was hat sich für dich geändert?

by Jojo on 21.02.14 · 20 comments

in Sonstiges

LogoWird dringend mal wieder Zeit für einen Blogbeitrag, da kommt mir die SEO-Blogparade von Seokratie grade recht, auch wenn ich es mir abgewöhnt habe, von mir als SEO zu denken. Ein SEO ist für mich heute nur noch jemand, der Suchmaschinenoptimierung für Kunden anbietet. Das mache ich nicht und habe ich auch nie gemacht. Heute würde ich mich in erster Linie als “Internetprojekt-Betreiber” bezeichnen. Aber für eine Teilnahme an der Blogparade dürfte ich grade noch SEO genug sein:

Wie bist Du zu SEO gekommen?
1998 ging meine erste Domain online. Damals noch mit NetObjects Fusion zusammengeklickt. Kurz danach habe ich mir das erste HTML-Buch gekauft und angefangen selber zu basteln. Es folgten CGI-Scripte und etwa 1999/2000 dann PHP-Scripte und die ersten eigenen simplen PHP-Programmierungen. Hier und da waren auch schon Suchmaschinenoptimierung und Affiliate ein Thema. Dabei ist aber nichts wirklich nennenswertes herausgekommen. 2004 war ich für ein Praxissemester ein paar Monate in Hameln. Eine meiner Aufgaben war es mir das Thema SEO näher anzuschauen. Dabei bin ich im Abakus-Forum gelandet und habe die Nähe zu Hannover genutzt und die erste Abakus Pubcon besucht. Meinem Arbeitsgeber konnte ich in der kurzen Zeit beim Thema SEO nicht wirklich weiterhelfen. Musste mich auch selber erst einmal einarbeiten, aber ich hab den anschließenden Sommer genutzt und kurzerhand ein Gewerbe angemeldet.

Welches war Dein erstes Webprojekt?
Mein erstes Projekt, dass ein paar nennenswerte Euronen verdient hat, beschäftigte sich mit Autovermietungen. Das ist kein Riesending geworden, aber hat mit 20 Euro am Tag aufgezeigt, dass es sich lohnt am Ball zu bleiben.

Was hat sich für Dich seit dem Beginn von SEO geändert?
Mitarbeiter sucht man bei mir immer noch vergeblich. Vieles kann man selber machen, manches findet sich im Web und verkürzt zumindest den Weg zum Endprodukt und noch viel mehr kann man outsourcen. Über die Jahre sind die Möglichkeiten hier deutlich größer geworden und es ist heute ein leichtes Inhalte, Design oder Programmierungen in Auftrag zu geben. Da hat sich über die letzten 10 Jahre wirklich vieles erleichtert. Einfach mal schnell WordPress zu installieren, ein Theme drauf zu schmeißen, Plugins zu installieren, Inhalte schreiben zu lassen und ein Paket Bilder zu kaufen lässt sich heute problemlos an einem Arbeitstag erledigen.

Der spannendere Teil ist dabei natürlich auch heute noch SEO. Links sind zwar immer noch wichtig, aber dahinter hat sich wirklich wahnsinnig viel verändert und der Qualität der Suchergebnisse hat dies sicherlich gut getan. Da Google viel dafür getan hat, dass nur “gute Links” zählen ist dabei nur ein kleiner Baustein. Durch das quantitativ viel größere Angebot, kann Google heute auch deutlich wählerischer sein. Als SEO muss man sich hingegen mit sehr viel Konkurrenz herumschlagen. Auf der anderen Seite ist der Kuchen aber auch gewachsen …

Wie erklärst Du Unbeteiligten, die sich nicht im Internet auskennen, was Du genau machst?
Wenn möglich gar nicht. Wenn es sein muss dann irgendetwas mit Internetprojekten und Internetmarketing … ach lasst mich doch in Ruhe …

Welche Tools nutzt Du hauptsächlich?
Auf SEO beschränkt betrachtet wären das Sistrix, Ahrefs, Google Webmaster Tools und der Google Keyword Planner. Wichtig in meiner täglichen Arbeit sind aber auch Google Docs, Evernote und Google Analytics. Alle bieten nicht nur die von mir gewünschten Features, sondern packen dass auch in eine simple und angenehm zu nutzende Oberfläche. Für Onpage-SEO-Tools habe ich keinen großen Bedarf. Ich kenne meine Projekte in der Regel gut genug, diese erreichen heutzutage auch keine unübersichtliche Anzahl an Unterseiten. Ein wichtiges Tool ist für mich außerdem InfiniteWP geworden um meine vielen WordPress-Installationen auf einem aktuellem Stand zu halten. Hinzu kommt dann noch eine Reihe von Eigenentwicklungen.

Wie sieht Deine Arbeitswoche aus? Wie viel arbeitest Du?
7 Tage die Woche – aber dann unterschiedlich intensiv. Am Wochenende ist es meist weniger intensiv, schon alleine um das ein oder andere Fussballspiel zu verfolgen. Wenn ich ein spannendes Buch in die Hand bekomme, lasse ich die Arbeit auch schonmal für zwei Tage fast stillstehen und lese erst einmal das Buch zu Ende. So langsam scheint das Wetter auch wieder golffreundlicher zu werden. Da wird es mich dann wohl wieder bis zu fünfmal die Woche auf den Golfplatz verschlagen. Das wird aber nicht jedes mal eine 18 Loch-Runde, sondern auch einfach mal eine Stunde Bälle über die Driving Range prügeln. Einen Wecker habe ich nicht, in den Arbeitstag starte ich kurz nach dem Aufwachen. Aktuell ist das etwa 10 Uhr, aber das ändert sich alle paar Monate und schwankt zwischen 9 und 12 Uhr. Dafür wird es dann auch schonmal nach Mitternacht.

Meine Arbeitszeit verbringen ich zu 99 Prozent am Schreibtisch vor meinen beiden Bildschirmen plus Laptop.

Was gefällt Dir an SEO am meisten?
Das ich kein SEO bin, mich aber trotzdem so nennen kann. ;-) SEO und das ganze Internet-Business stellt einen regelmässig vor neue Herausforderung und bringt beständige Veränderungen. In der Regel handelt es sich dabei um positive Verbesserungen, wie zum Beispiel technische Neuerungen. Meine ersten eigenen Webdesign-Versuche waren noch mit Frames, es folgten Tabellenkonstrukte. Die Möglichkeiten von CSS3, Javascript, Ajax und Co sind heute einfach traumhaft.

Was magst Du nicht an SEO?
Die Dominanz von Google als beherrschendes Suchmaschinenunternehmen. Etwas mehr relevante Alternativen wären ein Traum. Genauso wenig gefällt es mir, dass andere Bereiche von Riesen wie Facebook, Amazon oder Ebay dominiert werden.

Wie sieht SEO in fünf Jahren aus?
Wir werden noch immer Suchergebnisse haben und es wird noch immer einen Wettstreit darum geben an erster Stelle zu stehen. Klassischer Webspam wird immer weiter aussterben. Man sieht ihn schon heute kaum noch. Aber wenn sich 20 Banken, 5 Kreditvergleiche, 10 Informationsportale, etc. um die Kredit-Suchergebnisse balgen, bleibt für SEOs immer noch genug Spielraum ihrer Arbeit nachzugehen. Am Ende gibt es immer noch nur einen Platz 1. Auch wenn Google dies auch immer stärker aufbricht. Man muss Besuchern und Google einfach nur gleichermaßen etwas bieten.

Darüberhinaus ist es schwer Prognosen zu machen. An der Vormachtstellung von Google wird sich wohl nichts ändern. An einen Umschwung von Links auf Social glaube ich nicht. Es gibt einfach zuviele langweilige Themen und Google wird es am Ende qualitativ nicht weiterbringen, wenn jeder nur noch mit lustigen Katzenbildern auf der Jagd nach Erwähnungen auf sozialen Netzwerken geht. Wirklich Sinn machen könnten Social Mentions allerdings bei aktuell brandheißen Themen.

Vielleicht schafft Google es, dass man bessere Alternativen für Links findet und diesen ein wenig an Bedeutung nimmt. Die aktuellen Bemühungen des Google-Webspam-Teams im Kampf gegen Linknetzwerke zeigen aber, dass man hier aktuell nicht vor einem Durchbruch stehen zu scheint. Auch nach Pinguin gibt es noch mehr als genug fragwürdige Linkprofile. Hier wird Google auch in Zukunft die Schrauben weiter anziehen. Meine Hoffnungen, Erwartungen und Befürchtungen liegen darauf, das Google die Inhalte selber immer besser verstehen und interpretieren wird können.

Weitere Teilnehmer der Blogparade:
Bett und ein Buch warten auf mich. Wird morgen nachgetragen. Gute Nacht!

Update: Die ersten Teilnehmer:

Update 2: Und noch mehr Teilnehmer:

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