2013 – Trends, Thesen, Ideen zu SEO, Affiliate, Social, ….

by Jojo on 28.12.12 · 6 comments

in Sonstiges

Passend zum nahendem Jahresende haben sich ja bereits einige Gedanken zur weiteren Onlinemarkteing und SEO-Entwicklung gemacht. Dem will ich mich natürlich nicht verschließen. Herausgekommen ist nicht nur ein Ausblick, sondern auch mehr oder weniger zufällige Gedanken, die mir immer mal wieder durch den Kopf schwirren.

Mobile
Seit Jahren ein Zauberwort. Die erste Frage ist für mich allerdings, was man der mobilen Nutzung zurechnet. Für mich ist das vor allem Smartphone-Nutzung. Tablets werden hauptsächlich auf dem heimischem Sofa genutzt, dass ist nun wahrlich keine mobile Nutzung. Reagieren muss man aber natürlich auf beides.

Eine der größeren Herausforderungen dürften die vielen verschiedenen Auflösungen sein. Das beginnt aktuell noch bei 480 x 800 Pixeln und endet mittlerweile bei 2560 x 1600 Pixeln. Dabei werden selbst die Top-Smartphones in 2013 mit einer Auflösung von 1920 x 1080 Pixeln ausgestattet sein. Für den Moment scheint “Responsive Design” die Lösung zu sein, könnte langfristig durch die hohen Auflösungen auf allen Plattformen aber auch wieder überflüssig werden. Kritisch sehe ich beim Responsive Design vor allem, dass es zu elendig langen Scroll-Abenteuern führt. Grundsätzlich gilt auf jeden Fall, dass man bei der Usability die Anforderungen von Touchscreens im Auge behalten sollte.

Betrachtet man mobile Suchen, ist auch ein Vergleich zu Desktop angebracht. Man schaue sich nur den folgenden Graphen der US-Desktop-Suchen an. An den stagnierenden Zahlen dürften Smartphones und Tablets schuld sein:

Monatliche US Desktop-Suchen

Man bedenken allerdings, dass mittlerweile ein Viertel der Amerikaner ein Tablet besitzen. Viele Suchen verlagern sich entsprechend von Desktop auf Tablet und in der Summe dürfte dabei ein weiteres Wachstum herauskommen. Kann man doch jetzt auch vor dem Fernseher bequem surfen und verbringt sicherlich noch mehr Zeit online.

Auf StatCounter findet sich auch ein Vergleich der Entwicklung in Deutschland. Hier dominiert Desktop noch deutlich. Mobile Suchen konnten ihren Anteil innerhalb von 12 Monaten aber immerhin von 1,89 Prozent auf 5,48 Prozent steigern.

Affiliate
Rein gefühlt war der Affiliate-Bereich 2012 relativ ruhig. 2013 verspricht allerdings viel mehr Bewegung. So startet Google mit den Google Product Listing Ads in Deutschland. Preissuchmaschinen dürfte schon länger die große Freude an Google vergangen sein. Seit der Vorstellung von Froogle ist Google lange Zeit ziemlich halbherzig an das Thema herangegangen und macht nun “endlich” Ernst. Dabei bringt Google sich mit dieser Werbeform aber auch selber in Schwierigkeiten. Normale AdWords-Anzeigen bieten durch das Auktionssystem eine einfache Möglichkeit der Gewinnmaximierung. Eine Preissuchmaschine sollte eigentlich nach Preisen sortieren. Damit wird es aber schwer für Konkurrenz und intransparente Klickpreise zu sorgen … Entsprechend ist es dann auch wenig verwunderlich, das Google kurzerhand standardmässig nicht nach Preisen sortiert.

Da sich bisher zum Beispiel Amazon den Google Product Listing Ads verweigert, versucht Google dies über Affiliates auszugleichen. Das könnte eine interessante kurzfristige Chance werden. Auf Dauer wird Google sich aber nicht mit Affiliates als Mitverdienener abgeben wollen. Das kennen wir ja schon von AdWords. Ärgerlich ist die Entwicklung sicherlich für auf Produktbezeichnungen optimierende Affiliates. In den SERPs wird noch weniger Sichtbarkeit übrig bleiben – als wenn drei AdWords-Anzeigen nicht genug gewesen wären …

Ein wenig Spannung herrscht außerdem bei der Frage, in welchen Bereichen Google 2013 auch in Deutschland selber als Vergleicher tätig wird. Im Gespräch waren zuletzt Autoversicherungen. Wir haben in anderen Ländern vor allem Aktivitäten im Finanzbereich gesehen. Und auch der Reisebereich wird für Google weiterhin von großem Interesse bleiben. Für den Moment wird Google sich hier nur den sehr umsatzträchtigen Branchen und Themengebieten zuwenden.

Für die meisten “SEO-Affiliates” dürfte der Trend weiterhin klar in Richtung Qualität gehen. Da Google bei den konvertierungsstarken Suchen immer mehr eigene Angebote sowie Werbung einbringt, ist die Frage wo man zukünftig noch am besten den SEO-Traffic abgreifen kann. Mir scheint man am Ende umfangreiche und hochwertige Informationen bieten zu müssen. Dabei gilt es frühzeitig in Entscheidungsprozeße einzusteigen und dann möglichst bis zum Abschluß zu begleiten.

SEO: Social Signals und AuthorRank
Bezogen auf SEO werden Facebook und Twitter Randthemen bleiben. Google wird nicht auf Daten setzen, auf die man sich nicht verlassen kann. Die Spannung liegt hier hauptsächlich bei Google+. Man wird heute bei vielen Suchergebnissen bereits angegrinst. Die Nutzerzahlen sollen sich ganz gut entwickeln. Mein persönlicher Eindruck ist allerdings, dass in Google+ noch ein vielfaches mehr an Leben sein könnte.

Trotzdem dürfte Google+ bereits einen großen Datenhaufen generieren. Die kann man auf vielfältige Art und Weise einsetzen. Bisher wird hier vor allem über den AuthorRank diskutiert. Müssen Redakteure künftig ein gut gepflegtes Google+ Konto vorweisen? Wird dies ein Einstellungskriterium? In welcher Form kann der AuthorRank denn überhaupt eingesetzt werden? Die Qualität von Artikeln anhand des Autors zu bewerten erscheint mir recht schwierig. Ganz einfach weil auch langfristig auf den meisten Seiten kein Autorenprofil eingebunden sein wird. Das macht auch nur bei redaktionellen Artikeln wirklich Sinn. Interessanter wäre es, den AuthorRank als weiteres Bewertungskriterium für Links zu verwenden. OffPage-Optimierung durch Linkbuilding dürfte noch lange nicht tot sein.

Neben dem AutorRank kann man natürlich auch simpler herangehen und sich einfach nur anschauen wie oft eine Url auf Google+ genannt wird und dazu noch das Umfeld bewerten.

SEO: Qualität, Qualität, Qualität
Qualität beginnt bei Inhalten, geht über externe Links und macht auch bei der gesamten Webseitengestaltung und -technik nicht halt. Trotz Google’s Disavow Tool dürfte beim Linkbuilding noch mehr auf Qualität geachtet werden. Denn wer will schon bewerten müssen, welche Links man sich besser entledigen sollte?

Google-Konkurrenz
Irgendwann fällt jedes Imperium – aber für den Moment ist weit und breit kein Google-Konkurrent in Sicht. Spekulationen über eine Facebook-Suchmaschine sind für mich bisher vor allem Fantastereien. Zum Bau einer Suchmaschine braucht es mehr als ein paar Social Media-Daten. Bing haben die Facebook-Daten bisher auch noch nicht viel gebracht. Spannend fände ich es, wenn Microsoft Bing an Facebook abgeben würde. Aber für den Moment wird man in Redmond wohl weiterhin jährlich Millionen in Bing versenken wollen. Klar ist aber auch das Google Facebook mit Sorge betrachtet. Google+ ist nicht zuletzt auch einfach nur eine Absicherung gegen eine stark auf Facebook\Twitter-Daten zurückgreifende Suchmaschine.

Auf mobilen Geräten und Smartphones stellen heute Apps die größte Konkurrenz für Google dar. Die IMDB-App für Filminformationen, die Chefkoch-App für Rezepte, Kaufda für aktuelle Prospekte oder eine der vielen Reise-Apps wie zum Beispiel TripAdvisor. An vielen Stellen lassen sich Web-Suchen durch Suchen in Apps ersetzen. Andy Atkins-Krüger bringt die interessante Idee ins Spiel Web- und App-Suchen in ein Interface zu kombinieren. Ich sehe derzeit nicht, wie dies im Interesse von Google sein könnte, eher etwas womit die Konkurrenz Google ärgern könnte.

Interessant ist auch wie Google mit Amazon weiter umgehen wird. Große dominierende Ecommerce-Unternehmen dürften eigentlich nicht im Interesse von Google sein. Amazon dominiert das Buch-Geschäft, aber auch Elektronikprodukte werden oft direkt auf Amazon gesucht. Der Amazon-Umsatz dürfte 2012 etwa im Bereich von 60 Milliarden US-Dollar liegen. (Das entspricht in etwa dem doppeltem des für Deutschland im Jahr 2012 erwarteten E-Commerce-Umsatzes). Google Trusted Stores dürfte eine Initiative für mehr Alternativen sein. Ebenso testet Google einen Same-Day Delivery-Service in den USA. Aaron Wall hat zu diesem Thema aktuell einen interessanten Beitrag veröffentlicht: Is Google Concerned About Amazon Eating Their Lunch?.

Google Now
Viele SEOs nutzen Apple-Produkte und sind daher vermutlich noch nicht viel mit Google Now in Berührung gekommen. An was Google da arbeitet ist der “helle Wahnsinn”. Im Vergleich dazu wirkt Siri wie ein Marketing-Gag. Als erstes werden die Nutzer mit Google Now noch stärker im “System Google” verwurzelt. Über die Monetarisierung wird man sich noch rechtzeitig Gedanken machen. Da gibt es tausend Möglichkeiten – nehmen wir zum Beispiel mittägliche Restaurant-Vorschläge. Gerüchte lassen für 2013 auch eine Chrome-Browser-Version von Google Now erwarten.

Lesenswert

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  • http://www.seomuenchensuchmaschinenoptimierung.de/ SEO München

    Sehr treffender SEO-Artikel. SEO-Qualität ist wohl für 2013 Gott sei Dank ein wichtiger Ranking-Faktor. Seiten mit bis zu 200 html Fehlern bei weniger als 200 Spam Wörtern Content und langsamer Page Speed, werden wohl prä Pinguin-Links nicht mehr wett machen.

  • http://www.spirigweb.ch Toby

    Suchmaschinen Marketing muss sich die mobilen Plattformen umstellen. Egal ob als App oder Google Adwords.

  • http://www.online-geldverdienen-tipps.de Sven

    Qualität hat schon immer die überzeugenderen Argumente gehabt. Daher kann ich diesen Trend nur begrüßen. Da wir jetzt schon eine Weile in 2013 sind, kann ich sagen, dass deine Prognose genau richtig war. Super Artikel

    Gruß Sven

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