Google-Kampagne gegen das Leistungsschutzrecht

by Jojo on 27.11.12 · 1 comment

in Sonstiges

Google - Verteidige Dein NetzSeit Monaten sind die Verlage damit beschäftigt für das Thema Leistungsschutzrecht Lobbyarbeit zu betreiben. Seit einiger Zeit ist auch Google aktiver geworden. Heute schaltet man dort nun einen Gang höher und nutzt die Macht seiner Homepage um mit ein paar Worten Lobbyarbeit für die eigenen Interessen – also gegen das Leistungsschutzrecht – zu betreiben. Verlinkt wird die folgende Seite mit der für mich eher unsympatischem Überschrift “Verteidige Dein Netz”. Wie man oben rechts sieht, besteht mein Netz offensichtlich nur aus Google+ und nicht aus Facebook oder Twitter. So wirklich scheint die Masse auch nicht auf das Thema aufzuspringen. Der Google+ Zähler bringt es zumindest erst auf 1.400 “+1″.

Das Google seine Startseite für derartige Lobbyarbeit verwendet, gefällt mir nicht wirklich, aber das gleiche wird man wohl auch ausgewählten Verlagen vorwerfen können. (Natürlich gibt es auf Seiten der Verlage auch Publikationen, die auch dieses Thema hervorragend aufbereiten.) Insofern betrachte ich das als ausgeglichen. Darüber hat sich unsere Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) bei ihrer heutigen Aussage wohl keine Gedanken gemacht: “Es gibt noch andere Suchanbieter als Google.”

Ganz davon abgesehen, ist das Leistungsschutzrecht natürlich “totaler Blödsinn”. Die Ziele der Verlage sind mehr als fragwürdig. Wer nicht von Google gelistet werden will, kann mit wenig Aufwand dafür sorgen. Mein Eindruck war immer, dass die Verlage sogar wollen das Google sie listen muss und gleichzeitig dafür zahlen muss. Man überschätzt die eigene Bedeutung für Google auch überraschend stark. In den Bereichen wo Google das große Geld macht, dürfen sie mit ihren Informationen ohnehin nur am Rande mitspielen. Entsprechend gäbe es am Ende auch gar nicht soviel Geld an die Verlage zu verteilen.

Ich spare mir an dieser Stelle eine große Argumentation. Google hat selbst 10 Fakten zum Leistungsschutzrecht gesammelt. Es gibt dabei nur wenige zweifelhafte Argumentationen, wie zum Beispiel beim Punkt “Viele deutsche Presseverlage sind im Digitalgeschäft bereits sehr erfolgreich”. Da nennt man dann ausgerechnet Axel Springer. Die verdienen natürlich im Web gutes Geld, aber nicht wirklich mit Bild oder Welt, sondern mit Immonet, Zanox oder Idealo. Aber es gibt auf jeden Fall profitable Seiten. Das Vorzeigebeispiel ist wohl Spiegel Online. Es gibt zwar nichts offizielles, aber laut Zeit Online soll man 2011 bei 30 Millionen Euro Umsatz einen Ertrag von mehr als 10 Prozent eingefahren haben.

Bisher hält sich das große Zeitungssterben auch noch in Grenzen. Die Frankfurter Rundschau hatte wohl genügend andere Probleme und die FTD war qualitativ vielleicht nicht schlecht, aber für Geld immer ein großes schwarzes Loch. Selbst wenn nun doch das Zeitungssterben noch nach Deutschland kommt – DPA-Meldungen brauchen wir im Internet nur einmal. In der Zwischenzeit brauchen wir uns um die Aufgaben von Zeitungen in einer demokratischen Öffentlichkeit auch nicht wirklich große Sorgen machen. Wir haben über das letzte Jahrzehnt soviele neue Informationswege hinzugewonnen, dass wir auch mal ein paar Abgänge sowie eine Gesundschrumpfung verkraften werden.

  • http://www.7ty8.de Tanja Dietzig

    ja, da sind ein paar wahre worte dabei. Als startup ist es anfangs undurchsichtig u fasst nicht zu glauben, was/wie/warum/wofür du dein marketing ausrichten sollst. Letztendlich wird alles von ein paar handvoll großen diktiert…und du musst dich fügen, wenn du nicht untergehen willst…

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