Nach einem SZ-Bericht versucht jetzt alles und jeder gegen Google per Kartellbeschwerde vorzugehen:
- Zeitungs- und Zeitschriftenverleger – Sollen kritisieren dass sie von Google kein Geld für die Ausgabe ihrer Ergebnisse bekommen.
- Euro-Cities – Der Kartendienst-Anbieter hat ein Problem mit den kostenlosen Google Maps-Karten.
- Ciao – Bei Ciao hat man ein Problem mit einem Vertrag den man selber mit Google – vor der Übernahme durch Microsoft – mit Google geschlossen ht.
Von Google gibt es noch keine allzu informativen Stellungnahmen, man hat nur bestätigt, dass das Bundeskartellamt Google über die Beschwerden informiert hat und man wolle hier zusammenarbeiten und sei sicher sich im Rahmen des Rechts zu bewegen.
Die Beschwerde von Ciao hört sich seltsam an … Euro-Cities kann man zwar verstehen – wer wird schon gerne vom Markt gefegt, aber ich bin gespannt welche Begründung man aus dem Hut ziehen möchte. Auch wenn Google die Karten kostenlos anbietet, so heißt dass noch lange nicht, dass man damit kein Geld verdienen will. (Ich mag mir auch gar nicht ausdenken welche Entwicklungen heute noch zurückhängen würden, wenn es kein Google Maps gäbe.) Spannend wird es bei den Zeitungs- und Zeitschriftenverlegern. Dass verlangte scheint mir einfach nur irrwitzig zu sein. Sie wollen nicht aus Google raus, sondern Google quasi dazu zwingen sie aufzunehmen und dann für die Ausgabe auch noch Geld zu zahlen. Werd ich mal Montag ein paar Zeitungsredaktionen abfahren und verlangen dass über Internetmarketing News berichtet wird – und für den Bericht bin ich dann verdammt nochmal auch zu bezahlen!
Zumindest wird Google sich nicht mal so ebend aus Deutschland verabschieden wollen. Immerhin macht man hier über 1 Mrd. Euro Umsatz. Müsste nach den USA und UK der drittgrößte Markt für Google sein.
Auch eine “lustige” Formulierung der Welt:
Sollte das Bundeskartellamt Google in der Argumentation nicht folgen, wird es einzelne oder alle Beschwerden annehmen und gegen den Internet-Konzern ermitteln.
Nun, weis ich zugegebenerweise nicht genau wie ein Kartellverfahren abläuft, aber ganz sicherlich ist die Aussage von Google nicht der allein entscheidende Faktor. Neben eigenen Recherchen der Kartellbehörde, gibt es ja schließlich auch noch die Eingaben der sich beklagenden Unternehmen …
Update: Einen Gedanken möchte ich hier noch anfügen. Google macht in Deutschland vielleicht 1,2 Mrd. Euro Umsatz. Konzernweit kommt man auf etwa 30 Prozent Gewinn auf den Umsatz. Da macht Google in Deutschland grob 360 Mio. Euro Gewinn. Nicht schlecht, aber wenn man davon den ganzen Zeitungen, Zeitschriften und anderen Contenterstellern die Häfte abgibt, sind nur 180 Mio. Euro zu verteilen. Alleine die Zeitungen haben offline 5 Mrd. Euro Werbeumsätze. Es wäre nur ein Tropfen auf den …
Und noch ein Punkt. Wem soll Google Geld bezahlen. Wer will entscheiden, was qualifizierter Content ist, der gefälligst bezahlt werden muss. Darf ich für internetmarketing-news.de auch Geld erwarten ….. ?
Die Verlage führen hier ein Gefecht, dass sie meiner Meinung nach nicht gewinnen können und dass ihnen am Ende auch nicht absonderlich weiterhelfen wird. Pure Verzweiflung?

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Du meinst wohl am Ende “NICHT” gewinnen können…?
Ups, danke!
Hmm, ich wäre mir an der Stelle nicht so sicher. Angela Merkel hatte den Verlegern bereits nahe gelegt an einem Leistungsschutzrecht “mitzuwirken”.
http://www.presseschauer.de/?p=993
Wenn man nach Frankreich sieht und feststellt wieviele Millionen an Subventionen den Verlagen zugute kommt, muss man sich unweigerlich fragen, wie unabhängig die Presse da noch ist. Witzigerweise berufen sich die Verlage bei ihren Forderungen auf die Systemrelevanz von freier Presse.
Um mal Obelix zu zitieren: Die Spinnen, die Verlage.
Statt sich über kostenlose Werbung, und mehr sind die eineinhalb Sätze die Google in seinen Snippets anzeigt nicht, zu freuen, wird herum lamentiert.
Wenn die Verlage so von ihrer “Ausbeutung” durch Google genervt sind, brauchen sie doch nur ihre Content-Rubriken in der robots.txt als “disallow” zu kennzeichnen. Und schon hat die Aneignung “hochwertigen Qualitätscontents” ein Ende.
An Googles Stelle würde ich das ganz locker sehen und alle Zeitungen, die sich beschweren nicht mehr listen. Und mich über das dann recht bald folgende Geheule amüsieren.
ja da bewegen sich andere beträge … guter beitrag weiter so und gruß seotroy