Google zu Verlagen: User-agent: * Disallow: /

by Jojo on 16.07.09 · 4 comments

in Sonstiges

Google hat sich nun mal zu dem peinlichem Versuch der Verlage geäußert irgendetwas vom Google-Kuchen abzubekommen. Diese wollen den Traffic nicht mehr kostenlos von Google bekommen, sondern dafür bezahlt werden kostenlosen Traffic zu bekommen. Man weist daraufhin dass über die robots.txt jeder selber festlegen kann wer die Inhalte crawlen darf. Genauso auf noindex und andere Möglichkeiten. Insgesamt kann man den Artikel wohl als bestimmt aber freundlich beschreiben. Am besten gibt wohl das Bild auf der Seite wieder was Google von der ganzen Sache hält …

Natürlich wissen die Verlage schon ganz genau wie einfach sie ihre Inhalte aus Google rausnehmen lassen könnten. Aber das wollen sie ja grade nicht, sondern sie wollen sich bezahlen lassen und schielen auf die Milliarden die Google macht. Im Vergleich zu den wegbrechenden Umsätzen von Zeitungen und Verlagen scheint mir das aber auch nur ein Tropfen auf den heißen Stein zu sein. Mal davon abgesehen liefern die Verlage vielleicht (zum Teil) wertvollen Inhalte, aber oft auch Inhalte zu Themen die nicht wirklich kommerziell sind und mit denen Google dann auch nicht den Großteil seiner Einnahmen reinholt.

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1 Peter Schneider 16.07.09 um 12:01

Na ja…

Es ist das eine ob man in den Suchresultaten erscheint, oder ein anderes, ob die eigenen Nachrichten zudem noch in der Nachrichtenübersicht von google-news verwurschtelt werden.

Kann man überhaupt detailliert steueren, wo man in Google erscheint? Ich mein, die “Alles-oder-Nichts”-Mentalität von Google, das “Friss-oder-Stirb” ist ja reines Monopolisten-Verhalten…

Nicht, dass ich alles von den Verlagen gut finde, aber wenn der Disput zu besseren Rahmenbedingungen für uns alle führt?

2 Michael 16.07.09 um 13:19

robots.txt Disallow ist aus einem Gefecht zwischen AltaVista (oder war es Yahoo) und einer US Tageszeitung entstanden. Inzwischen ist bei jenen die das damals gefordert haben, der Server für Crawler offen. Denn ohne die Suchmaschinen hätte man weniger Besucher – oder ist es doch umgekehrt, dass die jeweiligen bekannten Blätter mehr Besucher und vor allem Umsätze hätten wenn es keine Suchmaschinen gäbe?

3 Peter 27.07.09 um 02:02

AP hat sich schon was cleveres ausgedacht: http://industry.bnet.com/technology/10002794/is-ap-run-by-idiots/

Was die großen Zeitungen ausprobieren sollten, ist ein Freemium Modell wie’s die FT oder das WSJ (kann mich nicht genau errinern welche Zeitung) benutzt:

Der Besucher bekommt beim ersten Besuch nen Cookie und kann sich jeden Monat 9 Artikel kostenlos anschauen. Beim Aufruf des 10ten kommt eine Meldung das man bitte bezahlen soll um Zugriff auf den Content zu bekommen.

So bekommt die Zeitung Traffic von Google, profitiert von Links, bekommt mehr Besucher die Kunden werden können und monetarisiert die Poweruser.

4 hessebub 03.08.09 um 09:51

Du wärst schockiert zu erfahren, wie es internet-technisch tatsächlich um die deutsche Verlagsbranche bestimmt ist. Allein das Anliegen “wir wollen für den Traffic Geld sehen” ist gleichermaßen haarsträubend und ur-typisch. Wenn einem nichts mehr einfällt, wie man sein Business noch expandieren kann, zieht der Typus “verlegender Entrepreneur seit zirka 30 Jahren” einfach eine neue Idee aus dem Hut, die grotesker nicht sein könnte.
Ich weiß, wovon ich rede, da ich in der Verlagsbranche ein paar schöne Jahre täglich mit einem immer-neuen Potpourrie der Online-Abstrusitäten konfrontiert wurde.

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