Chefredakteur von Sueddeutsche.de lässt sich über SEO aus

by Jojo on 15.06.08 · 21 comments

in Sonstiges

Hans-Jürgen Jakobs (Chefredakteur von Sueddeutsche.de) lässt sich gegenüber Horizont zum Thema SEO aus. Er scheint mir nicht generell gegen SEO zu sein, er scheint aber ein Problem damit zu haben, dass andere derzeit noch wesentlich besser als seine Zeitung mit dem Thema SEO umgehen. Während die Süddeutsche so nur 15 bis 20 Prozent ihrer Zugriffe über Suchmaschinen erhält, kommen andere Zeitungen auf einen Anteil von bis zu 50 Prozent. Ein Paradebeispiel für “erfolgreiches” SEO ist schon seit einige Zeit “Die Welt”.

Ich muss ihm sogar recht geben, wenn er sagt, dass hier Tricks angewendet werden. Das Wort “Manipulation” geht mir allerdings schon viel zu weit. Warum aber hängt die Süddeutsche beim Thema SEO so weit zurück? Scheinbar hat man das Thema einfach verschlafen und ist damit zu spät durchgestartet. Aber auch dort hat man meines Wissens vor einiger Zeit einen SEO beauftragt. Mir ist auch rätselhalft warum er “exzessives SEO” als “journalistische Wettbewerbsverzerrung” betrachtet. Wenn eine Firma für ihr Produkt einen besseren Werbespot als die Konkurrenz laufen lässt und so Marktanteile hinzugewinnt, ist dass dann auch Wettbewerbsverzerrung?

Interessant finde ich auch dieses Zitat:

Der irrsinnig hohe Nutzeranteil von rund 50 Prozent, den allen Informationen nach Welt.de via Google und Google News erzielt, zeigt, was auf diesem Sektor technisch so alles möglich ist.

Herr Jakobs sollte sich einige grundlegende Dinge einmal überlegen. Er scheint mir noch zu sehr in der alten Zeitungswelt zu leben: Die Leser kommen zu mir und kaufen meine Zeitung. So war das einmal. Heute ist es doch vielfach anders. Die Menschen hängen weniger an einer einzigen Zeitung und wollen einfach nur immer aktuelle Informationen. Das kann über die Google Websuche, Google News oder meinetwegen auch gelegentlich über ein Social News-Dienst geschehen. Aber genauso weist man einen Bekannten über IM oder Twitter oder sonst was nur auf einen einzelnen interessanten Artikel hin. Die Art Informationen zu konsumieren ist meiner Meinung nach dabei sich zu ändern. Und eine Zeitung die Erfolg haben will muss sich in das Web hinausbegeben und die Nutzer dort “abholen”. Vielleicht wird dann aus dem ein oder anderem dann irgendwann ein Stammleser.

Ein paar erste SEO-Tipps für die Süddeutsche: Süddeutsche gegen SEO

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1 M.Fasshauer 15.06.08 um 18:48

[...Zuvor sollten “alle Tricks, gegebenenfalls auch Manipulationen, öffentlich gemacht werden”,...]

für diese “tricks” (oder besser das seo-know-how) zahlt mancheiner viel geld und profitiert davon. Manipulation hin oder her – seitens Google wird SEO ja eher begrüßt als das es jemanden schadet. Wenn Süddeutsche den Trend verschläft ist wohl niemand anders daran schuld. Oder?

2 TechDivision 15.06.08 um 21:01

Irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass in großen Medienunternehmen immer noch die falschen Leute an entscheidenden Positionen sitzen bzw. die Zeichen der Zeit nicht erkannt oder – was noch schlimmer ist – zwar erkannt aber ignoriert werden. Anders kann ich mir derartige Aussagen nicht erklären. Die SZ wäre gut beraten erstmal Ihre Hausaufgaben zu machen, anstatt die PR-Keule auszupacken und wild auf die Konkurrenz zu hacken…

3 Davidfree 16.06.08 um 09:12

Hallo Johannes,
du sprichst oben von “tricks”, die du bei welt online siehst….

was meinst du damit? Ich sehe bei welt.de keine Tricks , sondern nur whitehat (und eigentlich sollte ichs wissen…)

oder meinst du die alten subdomains mit irgendwelchem shopping content, der aber mit den eigentlichen redaktionellen Inhalten nichts zu tun hat? die bringen natürlich überhaupt keinen Traffic, sonst wäre es ja einfach…

4 Mike 16.06.08 um 10:20

Ich finde das schon vollkommen okay, wenn man die Süddeutsche nicht so schnell findet ;)

5 Thomas 16.06.08 um 14:21

Ein klein wenig Analyse würde dem Herrn schon auf die Sprünge helfen und schon müsste er nicht so herumjammern. Wenn er zumindest schonmal die Grundlagen umsetzen würde, würde die sz schon ein wenig besser dastehen.

6 der-Heiko 16.06.08 um 15:02

Wettbewerbsverzerrung ??

Tja, was solls, den letzten beissen eben die Hunde. Viel spannender finde ich die bodenlose Frechheit, dass die öffentlich rechtlichen Rundfunkanstalten nun verboten bekommen haben auch einige Impressions zu machen und deren Inhalte (obwohl von uns Gebührenzahlern bezahlt) schon nach 7 Tagen vom Netz genommen werden müssen.

Ein Schelm, wer böses dabei denkt, wenn die Privaten gleich noch 5-10 Clone von myvideo und sonstigem Müll launchen.

Meines Erachtens kommen jetzt sehr harte Zeiten, wenn die Privaten schon im Verteilungskampf der Impressionen so weit gehen können und die öffentlich rechtlichen zum Schweigen bringen, was werden die wohl mit einem “kleinen” SEO machen… 1-2 Busladungen voll Anwälte vor die Tür kippen ??

7 florian 16.06.08 um 19:43

ich freue mich eigentlich wirklich über artikel, die schön zu lesen und nicht so spammig mit keywords vollgestopft sind. auch über schöne, intelligente, witzige und neugierig machende überschriften freue ich mich eigentlich.
ich denke, jeder deiner leser weiss, wie man mit allzu viel seo im hinterkopf einen artikel verhunzen kann.
wurde ja auch schon oft genug besprochen.

grundsätzlich fiele mir also schon das eine oder andere argument gegen seo bei onlinemagazinen ein.
ich muss allerdings dazu sagen, dass ich mir jetzt weder den quelltext der süddeutschen, noch das komplette interview angeschaut habe.

8 Wort 17.06.08 um 02:10

Solche Aussagen zeigen wieder mal, das die sogenannte alte Wirtschaft einfach die falschen Leute für die neuen Medien beschäftigen.
Die sollten sich mal einen der Internetbranche angeln, da würden sie doch erst staunen, was so alles mit guten SEO möglich ist…. ;-)

9 Steward 17.06.08 um 13:55

Ach, was der Mann da macht, ist die süddeutsche Form von Linkbaiting. Mit bescheidenem, doch sichtbarem Erfolg :)

10 Dani 18.06.08 um 17:33

Die Süddeutsche Zeitung muss ja wirklich nicht auf den vordersten Positionen sein.

11 webpixelkonsum 23.06.08 um 09:15

Ach…. Mit seinem Interview bekommt die SZ doch eben genug Aufmerksamkeit im Web 2.o und dies vor allem auch noch kostenlos. Dies finde ich immer wieder eine schöne PR :)

Ralph

12 blogger 27.06.08 um 13:32

Wenn ich schon sowas höre wie “Chefredakteur läst sich…”
Die Süddeutsche kann man eh nur Samstags lesen und dann ist die Süddeutsche auch nur halb so gut wie andere News seiten. AUßerdem steckt da auch bissel Eigenwerbung dahinter, die evtl auch nach hinten gehen kann, denn das Interview zeigt ja, dass es die Leute bei der Süddeutschen nicht so Ernst damit nehmen. Aber schonmal gut, dass sie wenigstens nich wie ARD oder ZDF gebührenfinanziert das ganze machen. Dort wird doch nur Kohle versenkt und bringen tuts keinem was.

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