Manfred Leisenberg, Professor für Wirtschaftsinformatik an der Fachhochschule des Mittelstands in Bielefeld, hat der Wirtschaftswoche ein Interview gegeben.
Man könnte das Interview jetzt auseinander nehmen, aber dazu müsste ich vermutlich fast das komplette Interview zitieren, insofern lasse ich folgenden Satz für sich sprechen: “Ich glaube, dass es immer weniger wichtig ist, bei Google weit oben zu stehen.”
Seiner Ansicht nach liegt in Social Media Optimization die Zukunft. Ist auch die Zukunft, aber es ist keine Zukunft die SEO ersetzen wird oder zurückdrängen wird. SMO ist ein weiterer Pfeil im Köcher um Aufmerksamkeit und Traffic zu generieren und das schöne dabei: Es unterstützt SEO dabei auch noch hervorragend. Stichwort Linkbaiting. Man muss sich nur einmal kurz vor Augen halten, wieviele Milliarden mittlerweile für AdWords-Anzeigen ausgegeben werden, um zu erkennen welchen Wert gute Suchmaschinenpositionen haben. Und da das Suchvolumen noch immer ansteigt, wird auch dieser Wert noch immer größer …

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Selten so einen Dünnschiss gelesen.
Ich habe es bereits bei Yigg kommentiert:
Zitat: “Ich glaube, dass es immer weniger wichtig ist, bei Google weit oben zu stehen.”
Wie bitte? Na viel Glück all denen, die sich von seinen Aussagen beeinflussen lassen.
SMO ist eine nette Ergänzung, doch diese Web 2.0 – Plattformen werden die klassischen Suchmaschinen niemals ersetzen.
Mal ganz davon abgesehen können “soziale Medien” nur dann funktionieren, wenn sich faktisch die meisten Leute aktiv daran beteiligen. Doch ich wage mal zu behaupten, dass sich nur ein sehr kleiner Teil der Internetnutzer aktiv beteiligt. Auch wenn es momentan durch den Web 2.0 Hype so aussieht, als hätten die Internetnutzer nur darauf gewartet überall ihren Senf beizusteuern, so bleibt es wohl zu einem großen Teil nur bei einem Versuch oder einer Spielerei. Zumindest nichts langfristiges. Wieviele Blogs werden zum Beispiel täglich gestarted und wieviele davon verkümmern nach 2 Wochen in den Weiten des Internets?
Die meisten Leute werden auch weiterhin das Internet eher passiv nutzen. Denn wer sich aktiv beteiligen will muss erstmal die Zeit mitbringen und ich glaube nicht, dass die jeder hat.
Somit halte ich die Behauptung, dass soziale Medien wie Youtube, Yigg und Co. die Suchmaschinen ersetzen könnten, aus vielerlei Gründen für völlig schwachsinnig.
Naja gut. Immerhin ist er “Professor für Wirtschaftsinformatik” *wink*
Nachtrag:
Jeder der denkt, Web 2.0 wäre das zukünftige Ultimo für das Internetgeschäft, der fällt hoffentlich anständig auf die Schnauze. Für mich sind die ganzen Web 2.0 – Dinger nichts weiter als ergänzende Traffic-Bitches, mit der man einige neue Interessenten gewinnen kann, doch sich ganz darauf zu verlassen ist in meinen Augen ein großer Fehler.
Die Basis bleibt das Web 1.0.
Web 2.0 ist eine nette Ergänzung… (Oh mein Gott, jetzt verwende ich auch schon diese schrecklichen Buzz-Words! Argh…
Aber ich hoffe, dass meine Einstellung hierzu klar rübergekommen ist
Wer sich zu sehr von diesem Hype infizieren lässt, der ist in meinen Augen einfach zu anfällig und schwach und wird hoffentlich eines Tages auf die Schnauze fliegen!
Ein Theoretiker der Mann, mehr fällt mir dazu nicht ein
VG, René
Der gute scheint einfach zu weit weg vom Thema. Ist ja nichts neues an deutschen Hochschulen. Nur traurig für die Studenten, dass sie solche Dozenten vorgesetzt bekommen.
… analysieren zum Beispiel Webloginhalte semantisch und unterscheiden zwischen positiven und negativen Meinungen …
Ja, vielleicht im nächsten Jahrzehnt
Das ist doch alles nur Kaffeesatzleserei. Bei den Sumas oben zu stehen wird selbstverständlich weiterhin wichtig sein. Trotzdem werden immer neue Komponenten hinzukommen. Mobile Web, Social Web etc.
Aber das Grundrauschen, sprich die normale Suchmaschine, wird keineswegs ersetzt.
Hmm, meines Erachtens nach wird von stark Internet affinen Menschen teilweise vergessen, dass es auch noch normale Internetbenutzer gibt, die mit dem Begriff “Web 2.0″ nichtmal etwas anfangen können…Gerade wenn ich das Internet selten benutze und “Social Bookmarking” etc für mich Fremdworte sind, würde ich zu aller erst bei Google suchen, das liegt wohl auf der Hand. Dass man auf die oberen Suchergebnisse klickt, ist wohl ein Naturgesetz – ergo: SEO ist immer noch wichtig
!
Zunächst vielen Dank für die zu Teil recht emotionalen Kommentare!
Ich möchte, um die Diskussion sachlich fortzusetzen, vielleicht folgendermassen ergaenzen:
Ich halte Suchmaschinenmarketing weiterhin für richtig und wichtig. Allerdings sollte Search Engine Optimization (SEO) zukünftig – im Kontext von Social Software – als Teilverfahren der Social Media Optimization betrachtet werden.
Suchmaschinenenoptimierung ist nicht „am Ende“ weil sie schlecht oder grundsätzlich untauglich sei. Sie ist „am Ende“ einer Entwicklung angekommen. Über die letzten Jahre hinweg schien SEO der wichtigste Weg zu sein, die Popularität eines Portals zu steigern. Dabei leistet die Suchmaschine doch nichts anderes, als eine Art „Name Service“ zu sein. Sie verbindet Schlüsselworte mit URLs und listet die Adressen nach einem recht einfachen Priorisierungsalgorithmus. SEO versucht diesen Algorithmus mehr oder weniger erfolgreich auf der technischen Ebene für Zecke des Online- Marketing auszunutzen.
Online- Marketing muss sich allerdings mit dem Erfolg der Social Software neu positionieren. Wie aus Untersuchungen bekannt ist, erzeugen bereits heute die Kunden und User in bestimmten Segmenten weitaus mehr Marketing- Informationen, als die Unternehmen selbst – und sie tun dies via „User Created Contend“ in Blogs, Wikis oder Community Anwendungen. Zudem müssen sich Unternehmen mit Ihren Produkten authentisch präsentieren und Online Relations mit den Kunden aufbauen. In solch einem veränderten Umfeld ist SEO für Zwecke eines optimalen Online- Marketing „am Ende“.
Gebraucht wird ein integriertes Online- Marketing mit dem Werkzeugkasten „Social Media Optimization (SMO)“. SEO ist dann ein wichtiges Werkzeug – unter mehreren – in der SMO- Toolbox. Welche Bedeutung zukünftig das Page Ranking behält, ist abzuwarten. Sicher ist jedoch, dass neue Faktoren, wie z.B. die Positionierung in den Social Bookmark- Diensten, erheblich wichtig werden. In solch einem Zusammenhang ist es dann „immer weniger wichtig, bei Google weit oben zu stehen“ – stattdessen wird der Erfolg von Online- Marketing- Massnahmen durch eine Kombination mehrerer Parameter gemessen werden.
In diesem Sinne bitte ich meine Aussagen im WIWO- Interview zu verstehen und als Anregung für weitere Diskussionen zu betrachten.
Manfred Leisenberg
Wie es ausschaut zieht sich Herr Leisenberg jetzt in die “Definitions-Ecke” zurück und somit alles eine Frager der Definition. Netter Linkait Herr Leisenberg!
Tja, deswegen haben solch leicht angestaubte Lehrstühle auch so einen üblen Ruf.
Wenn der Prof. nämlich was könnte, dann wäre er in der Wirtschaft Geld verdienen und hätte keine Zeit solchen Quatsch zu promoten
Grüssle Heiko
Ich würde die Entwicklungen aus der jüngsten Vergangheit nicht so fragmentiert betrachten bzw. davon absehen, Web 1.0 von Web 2.0 in Bezug auf die Trafficgewinnung zu trennen. Natürlich beiteiligen sich Nutzer mehr an der Produktion von Inhalten und vernetzen sich stärker. Was aber bleibt, auch in Zukunft, ist das Informationsbedürfnis der Nutzer. Und niemand kann dies besser befriedigen als Google. Das wird sich meiner Meinung nach mittelfristig auch nicht ändern.
@ Manfred: ich greife mir eines Deiner Argumente heraus, sonst wird der Kommentar zu lang
und zwar Social-Bookmarking-Dienste:
Diese sind aus meiner Sicht weder ein “neuer” Faktor (für SEO`s ein alter Hut), noch werden sie erwähnenswert an Bedeutung gewinnen. Nehmen wir an, ein Dienst wie Mr. Wong würde weiter wachsen. Was würde dann passieren? Google würde gegensteuern. Wie?
Beispielsweise indem bei Mr. Wong aktive URL`s in der google Suchmaschine abgestraft werden oder zumindest diese SEO Möglichkeit auf neutral gestuft wird. Einzig vorstellbar wäre hier, dass google seine eigenen Social Bookmarking Möglichkeiten vorantreibt, aber wenn dann nur in einer Verknüpfung mit seiner Suchmaschine. Das Ranking für ein Keyword wird dann auch davon bestimmt, welche der geränkten URL`s wie von Usern angelegt und bewertet wurden. Das spielt sich dann aber alles noch in der google Suchmaschine ab, und deshalb ist das für mich auch noch SEO, indem Fall dann GOE (G wie google) oder? VG, René
statt GOE meinte ich GEO…, VG, René
Es mag ja Spass machen, erhört zu werden. Aber ich will auch nicht einen Unschuldigen kreuzen, der einen neuen Mythos aufbauen will. Unseren Experten Leisenberg würde ich gern in Stücke reissen. Irgendein SEO-Marketing-Berater muss wohl eins seiner Ohren mit Desinformationen konfrontieren.
Der Beitrag steht nun geschrieben. Aber in keinster Form für alle Leser anwendbar. Für mich ist das in meiner Perspektive totaler Mist ohne hier zu werten.
@Ron “totaler Mist” – “ohne [...] zu werten”?
Was regen sich alle denn so auf? Der gute Prof. hat doch “ich glaube” gesagt.
Im Allgemeinen brauch man sich doch gar nicht über sowas aufregen.
Das wird nicht der letzte selbsterannte Suchmaschinen-Marketing Experte sein, der aus was für einem Grund auch immer schwachfug redet.
Am besten den Artikel lesen, kurz schmunzeln und weiter arbeiten.
Peinlich, peinlich. Als ehemaliger Student der FHM muss ich jetzt wirklich die Hände über dem Kopf zusammen schlagen. Das ist leider absoluter *** was sie – Herr Leisenberg – dort schreiben. Zum Glück bin ich mit meinem Studium fertig und hab nen Job. Falls das ein potentieller Arbeitgeber ließt, bekomme ich nie mehr ne Stelle
Finde das es seine Meinung ist. Er geht ja nur davon aus. Ob es nun so wird oder nicht bleibt noch abzuwarten.
Ich glaube das es immer wichtiger wird bei Google weit oben zu stehen.
Ich habe bei Google das Stichwort “Leisenberg” eingegeben. Gleich auf der ersten Seite weit oben wird der Professor aufgeführt. Wenn es nach seiner Aussage immer weniger wichtig sein sollte bei Google weit oben zu stehen, warum steht er dann dort?
Meiner Meinung nach wird SEO auch immer unwichtiger, aber nicht weil SMO wichtiger wird. Denn vor allem bei Google spielen immer mehr Faktoren eine Rolle, sodass man nicht mehr so wie früher optimieren kann. Der Vorteil, der durch SEO entsteht, wird immer kleiner.
Suchmaschinenoptimierung … mit einer neuen Kultfigur: Herrn Leisenzwerg. Kann alles, ausser hochdeutsch. Führ uns ans Licht.
Sorry, ich rege mich gerade über den Artikel auf und bin sonst nicht so ausfallend. Aber bei sächsich werd ich empfindlich.
Und nun im Ernst: SMO ist Teil von SEO und nicht umgedreht…. Mengenlehre. Arme Studies…
Ob SEO Bestandteil von SMO oder umgekehrt SMO Bestandteil von SEO ist kann hier nicht so wichtig sein – eine Frage der Perspektive!
Ich stimme Leisenberg grundsätzlich zu! Das ist auch keine Frage der Mengenlehre! In Zukunft wird SEO immer wichtiger. Das zeigen die Communities, Blogs, sozialen Netze
@Siggi: Welchen Dialekt sprichst Du denn eigentlich ….?
Vor einigen Tagen habe ich in einem anderen Interview versucht, meine Auffassung zum Thema SEO-SMO etwas deutlicher zu machen:
http://klauseck.typepad.com/prblogger/2007/12/25-nachgebloggt.html
Vielleicht kann das Ausgangspunkt weiterer – vielleicht nicht ganz so emotionaler Diskussionen – sein ?!
Manfred Leisenberg