Die New York Times hat gestern bekannt gegeben ihr Abomodell zu beenden. Künftig werden die Artikel online kostenlos verfügbar sein. Das Abo hat pro Jahr 50 $ (bzw. pro Monat 7,95 $) gekostet und konnte 227.000 Abokunden gewinnen. Das ist für ein Paid Content-Angebot nicht schlecht. Letztlich sind es aber doch nur 10 Mio. $ im Jahr. Ich denke das ist für die New York Times letztlich ein verhältnismässig geringer Betrag. Schon seit einiger Zeit halten sich Gerüchte, dass nach der Übernahme durch Newscorp auch das Wall Street Journal sein Abomodell von 99 $ pro Jahr augeben will. Ich hab zwar zum Wall Street Journal keine Zahlen parat, aber es wurde immer wieder als Vorzeigebeispiel für ein funktionierendes Paid Content-Modell herangezogen.
Ich denke der Trend weg vom Paid Content hat 2 wesentliche Gründe:
1. Kostenloser Content bringt Traffic, Aufmerksamkeit und deutlich mehr Links. Entsprechend auch hervorragend zur Suchmaschinenoptimierung geeignet. Bei der New York Times gibt man für den Schwenk sogar an, dass man vor einigen Jahren nicht mit einer solch extremen Explosion des Suchmaschinentraffics gerechnet hätte.
2. Kostenloser Content lässt sich heute hervorragend vermarkten. Onlinewerbung boomt. Das sah vor einigen Jahren noch ganz anders aus. Onlinewerbung legt ein deutlich stärkeres Wachstum als die Abomodelle. So zumindest im Falle der New York Times.
In Deutschland würde mir als gut funktionierendes Paid Content-Beispiel die Stiftung Warentest einfallen. Wäre aber natürlich interessant zu wissen, was die mit Werbung verdienen könnten. Es wäre ja kein Problem einen Handytest mit den passenden Daten eines Preisvergleiches anzureichern. Ich denke das könnte man noch gut machen ohne die “Integrität” von Stiftung Warentest zu gefährden und gleichzeitig den Nutzern einen Mehrwert zu bieten.
Also: Lasst den Content frei!

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glaube kaum das test.de sich mit werbung finanzieren würde. deswegen wird es wohl weiterhin paid bleiben.
Negativbeispiel:
Fernsehsender
Die bieten, mal abgesehen von den öffentlich-rechtlichen Fernsehsendern, komplett kostenlose Inhalte, die sich nur über die Werbung finanzieren.
Mal gut und mal weniger gut, aber kostenlos.
Jetzt herrscht schon unter diesen wenigen privaten Anbietern so eine Konkurrenz, das immer nur auf die Quote geachtet wird, um möglichst nicht die Werbepreise senken zu müssen.
Man muss ja nur sehen, wie viele Formate in der letzten Zeit, senderübergreifend, vorzeitig abgesetzt worden sind. Eine gedruckte Fernsehzeitung hält bei dem Tempo schon lange nicht mehr mit.
Die privaten Fernsehsender wollen nur wiederum von der Schiene der kostenlose Anbieter runter und eine Gebühr für den Empfang von ihren digitalen Sendern einführen.
Darüberhinaus gibt es von den verschiedenen Sendergruppe ja schon Pay-TV-Angebote.
Also ich sehe das Thema “kostenlosen Content” für ziemlich kritisch und denke, wenn der Online-Werbemarkt mal einbricht (die Chance ist sogar hoch, da man hier so genaue Zahlen hat wie nirgendswo sonst), wird es eine sehr große Konsolidierung geben.
Paid Content war für mich nicht wirklich ein Modell im Internet. Die informationen sind im Internet sehr schnell verfügbar. Über Blogs und Social Medias werden News auch sehr schnell kostenlos Verbreitet. Wieso sollte ich für Internetmarketing News bezahlen, wenn Du die Nachrichten dem Leser kostenlos zur Verfügung stellst. Das kann man auf alle anderen Bereiche übertragen. Werbung scheint mir der einzige Finanzierungsweg für große Nachrichtenseiten zu sein. Wer seinen Content nur einen exklusiven Teil zuänglich macht, wir das Nachsehen haben im Internet. Sofern war der Schritt von der NYT richtig.
Ich glaube “Stiftung Warentest” darf gar kein Geld mit Werbung machen – und das ist meiner Meinung nach auch gut so.
Paid Content klappt immer in den Fällen, wo man einzigartigen und hochwertigen Content anzubieten hat. “News” gehören da eher nicht dazu.
Stiftung Warentest erhält pro Jahr etwa 6,5 Millionen Euro vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, damit es keine Werbung verkauft. Das ist dann wohl ein gutes Paid Content Modell
Für das Geld würde ich auch auf Werbeeinnahmen verzichten!
Es bleibt trotzdem die interessante Frage, wieviel Sie theoretisch mit Werbung verdienen könnten …
Es ist eine sehr interessante Frage, das stimmt. Ich glaube, es würde sich langfristig rentieren, kostenlosen Content zu liefern, wie du schon richtig sagst angereichert mit Preisvergleich o. Ä. Wenn eine Seite wie Stiftung Warentest nur beispielsweise Adsense einsetzen würde, wären ihnen nicht nur deutlich mehr Links sicher, sondern auf lange Sicht sehr hohe werbeeinnahmen… in diesem Sinne
Georg
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