Ask verarscht AdWords-Werbetreibende

by Jojo on 17.09.07 · 10 comments

in AdWords

Ask macht für die eigene deutsche Suchmaschine Werbung bei Google. Das ist nicht neues. Man kann aber durchaus daran zweifeln, dass die Ask-Suchergebnisse die qualitativ hochwertigen Ergebnisseiten sind, die ein Suchender bei Google finden sollte. Insbesondere auch in Zeiten eines Google AdWords Qualitätsfaktors. Unter anderem wirbt Ask bei einer Suche nach “kostenloses Girokonto“:
Ask 1
Was mich doch im erstem Moment etwas gewundert hat. Ask steht mit der AdWords-Anzeige immerhin auf Platz 3. Der Preis pro Klick müsste da eigentlich recht deutlich im einstelligem Eurobereich liegen. Wie zum Teufel kann Ask sich das leisten ohne wie verrückt draufzuzahlen? Die Antwort zeigt sich auf der Zielseite:
Ask 2
Ja, richtig. Da sieht man in der Tat erst einmal 10 Werbe-Anzeigen, bevor dann endlich mal die regulären Suchergebnisse kommen. Das beste an der Sache ist aber: Ask wird von Google AdWords mit den Anzeigen beliefert. Kein Wunder das Ask sich die Anzeigen leisten kann, wenn man hier abkassiert. Mal schaun ob sich da jetzt was ändert oder ob Google da lieber weiterhin mitkassiert. Ich als Werbetreibender würde mich ja irgendwie verarscht fühlen, wenn ich bei Google AdWords die erste Anzeigenposition hätte. Der Besucher klickt meine Anzeigen an, klickt aber auch noch weitere Anzeigen an um sich einen Überblick über “kostenlose Girokonten” zu verschaffen. Klickt also als fünftes Ergebnis die Anzeige von Ask an. Dort bin ich Werbetreibender dann wiederum als viertes Suchergebnis\Werbeergebnis gelistet und weil der Suchende schon wieder vergessen hat, dass er mich schon bei Google als erstes geklickt hat, darf ich gleich noch einmal blechen. Na, danke und “Hallo aufwachen, liebe Commerzbank.” Und Google sollte sich vielleicht auch einmal fragen an welchem Blödsinn man da mitverdient.

Übrigens gibt es mittlerweile sogar bei eBay kostenlose Girokonten:
Ask 3

Update: Ich hätte jetzt im erstem Moment gedacht, das Ask derart viel Werbung nur bei über AdWords beworbenen Suchen anzeigt. Wenn ich mir dann aber andere Suchen (Bsp. Kredit oder Autovermietung) anschaue, scheint das mittlerweile normal zu sein. Ich würde das mal als Aufgabe von Ask im deutschem Markt werten wollen. Man macht sich keine Hoffnung mehr als Suchmaschine in Deutschland nennenswerte Marktanteile gewinnen zu können und versucht einfach noch möglichst viel Geld zu verdienen. Könnte natürlich auch sein, dass man der Meinung ist, das Google AdWords bessere Ergebnisse liefert als die eigene Suchmaschine. ;-)

Update: Mir fällt grade auf, dass ich mir in einem Punkt einen kleinen Fehler erlaubt habe und Ask es nicht auf die erste Google-Suchergebnis-Seite schafft, sondern ungefähr den Anzeigenplatz 45 einnimmt. Somit also auch unter 1 Euro pro Klick bezahlt und auf diesem Platz natürlich auch entsprechend wenig Klicks bekommt. Das ändert allerdings nichts generelles. Das entspricht aber auch schon mehr der normalen Strategie anderer Suchmaschinen über Google an Traffic zu kommen. Dabei wird mehr auf eine große Anzahl von Keywords zu billigen Preisen gesetzt. Im Falle von Ask mit der Menge an AdWords-Werbe-Ergebnissen wird das vermutlich eine sehr lukrative Angelegenheit sein. Sozusagen der Traum eines jeden Made-for-AdSense-Spammers.

{ 1 trackback }

Qualitätsfaktor: Die Black List von Google | marketing2null.de
19.09.07 um 18:28

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1 CS 17.09.07 um 19:57

Ach Ebay verkauft doch auch Organe laut Adwords da wundern mich Girokonten auch nich :)

2 NiBa 17.09.07 um 22:35

Hmm, keine Ahnung wie Google das regelt, aber bei den Ebay Relevance Ads bekommt man bspw. als Publisher für doppelte Klicks keine Vergütung. Handelt hier Google ähnlich?

3 Jojo 17.09.07 um 23:55

@NiBa
Der Suchende klickt hier ja erst auf der Google-Seite und anschließend bei Ask. Natürlich muss der Werbetreibende dort noch einmal bezahlen.

4 Thomas 18.09.07 um 09:24

Bei eBay gibt es in der Tat kostenlose Girokonten, ich weiß gar nicht, was ihr habt? ;-)

5 Maik 18.09.07 um 09:38

@Jojo ich weiß garnicht worüber du dich aufregst. Ich will dir ja jetzt nichts unterstellen aber ich denke mal du hast auch einige MFA-Seiten online. Und falls nicht dann bist du echt einer der wenigen SEO’s die ihr Geld auf vllt ehrliche Weise verdienen :)

6 Jojo 18.09.07 um 10:10

@Maik
Erstens ist es in diesem Fall besonders dreist, weil es kein AdSense ist, sondern das Such-Netzwerk. Da gibt es kein Smart Pricing und auch keine Möglichkeit den Klickpreis entsprechend runter zu stellen. Nur die Möglichkeit das Suchnetzwerk zu deaktivieren, dann müsste man aber auch auf T-Online und AOL verzichten. Zweitens habe ich wirklich keine MFA-Seiten.

7 Maik 19.09.07 um 12:53

@Jojo ah k, dann bist du wirklich einer der wenigen die keine MFA-Seiten besitzen.

8 Markus 20.09.07 um 04:21

preisvergleich.de und auvito.de machen doch nix anderes. kaufen 5-cent-besucher und leiten sie auf pseudo-suchergebnisseiten ihres “preisvergleichs” und ihres “auktionshauses” mit oftmals sinnlosen bis garkeinen treffern. da bekommt man schonmal ne gartenschaukel statt nem fernseher angezeigt. oder halt garnix, dabei verspricht doch die anzeige ” bei Auvito.de”. durch ihre premium-optionen bei adsense koennen die dann auch so lustige hände neben die einzelnen anzeigen basteln, die genau zeigen, wo’s langgehen soll.

im prinzip ist es doch adwords/adsense-arbitrage im deckmantel des user-nutzen-mehrwert-portals. ab einem gewissen umsatz sind halt ein paar regeln recht flexibel.

9 Frank 20.09.07 um 11:42

Markus hat es ja schon auf den Punkt gebracht, die Adsense Premium Publisher machen das alle so, pv.de ganz vorne ran – Tippfehler und billige Keys einkaufen und dann auf der eigenen Seite dann Dank Premiumstatus das keywort so anpassen, dass es passt und man gut verdient.

genau die Diskussion hatten wir doch zuletzt bei uns, wo ich meinte, dass die Google Quality Rater so was eigentlich als Adsense Spam entwerten müssten, aber genau in dem Fall nichts passiert.

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