Google übernimmt Doubleclick für 3,1 Mrd. Dollar

by Jojo on 14.04.07 · 6 comments

in Google

Google hat bekannt gegeben, dass sie Doubleclick für 3,1 Mrd. Dollar in cash übernehmen. Doubleclick bietet hauptsächlich AdServer-Dienste für Werbetreibende, Publisher und Agenturen an. 2 wichtige Doubleclick-Produkte sind DoubleClick for Advertiser (Organisation, Bereitstellung und Analyse von Online-Kampagnen) und DoubleClick for Publisher (Management des Anzeigeninventars).

Doubleclick wurde 1996 gegründet und 2005 von Hellman & Friedman und JMI Equity für 1,1 Mrd. Dollar übernommen und von der Börse genommen. Der Umsatz von Doubleclick soll im letztem Jahr bei 300 Mill. Dollar gelegen haben und die Mitarbeiterzahl liegt bei 1.200.

Was ist davon jetzt zu halten? Auf jeden Fall war es nicht billig. Als Gerüchte aufkamen das Google interessiert sei wurde noch darüber diskutiert, dass es dann wohl über 2 Mrd. Dollar kosten würde. Jetzt zahlt Google für die Übernahme sogar über 3 Mrd. Dollar. Man will wohl auch Microsoft aus dem Deal heraushalten. Genug cash hat man ja. Durch die Übernahme ist Google bald wirklich auf “fast” jeder Internetseite präsent. Auch wenn Google gleich betont man werde sich besonders um die “privacy” Gedanken machen – Doubleclick setzt immer fleißig Cookies und Google hat damit natürlich wieder deutlich mehr Daten unter Kontrolle. Übernommen hat Google Doubleclick wohl auch grade wegen der Kundenbeziehungen. Und man positioniert sich damit auch im Display Advertising bzw. Brand Advertising-Geschäft deutlich besser. In dem Bereich soll es bisher noch nicht so gut gelaufen sein …

Update (10:57): Mashable:

It’s a major, major loss for Microsoft, which is now going to fall even further behind in the ad game at a time when software and “old media” content is moving online in ad-supported form.

Aber Microsoft will ja nicht den weltweiten Werbemarkt “beherrschen”. Das ist ja das Ziel von Google … und inwiefern letztlich Software wirklich zu anzeigenbasierten Online-”Software” werden wird ist auch nur bedingt abzusehen. Letztlich geht es für Microsoft und Yahoo doch vor allem darum die eigenen Werbeflächen zu vermarkten. Andere Werbeflächen sind meines Erachtens eher Zusatzgeschäft als Hauptziel. Insofern war Google eigentlich auch als Käufer prädestiniert und kann es sich auch eher leisten mehr zu zahlen als andere.

Update (16.04 14:30): AT&T, Microsoft und andere versuchen wohl ein bisschen Stimmung gegen die Google-Onlinewerbe-Allmacht zu machen. Laut heise sollen sich AT&T und Microsoft sogar telefonisch beraten haben, wie man Google die Übernahme möglichst schwer machen kann. Die Kartellbehörden sollen einen möglichst genauen Blick darauf werfen … naja, ausgerechnet Microsoft und AT&T ….

{ 4 trackbacks }

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1 Christian 16.04.07 um 13:41

Google hat nun
- mehr Daten
- ein Affiliate Netzwerk (Performics)
- ein Bid Management Tool (Dart Search)
- ein Media-Netzwerk

Mit diesen Konstellationen und etwas Phantasie kann man viele neue Geschäftsmodelle erfinden, z.B. Googles Site Targeting mehr in Richtung self-serviced Media-Campaign-Network ausbauen. Ein Bid-Management-Tool in die Adword-Umgebung integrieren um noch mehr Daten zu erhalten (siehe damals Integration von Urchin/Analytics).

2 Andreas - Innuendo 16.04.07 um 22:30

Lustig an dieser Geschichte finde ich den “Treppenwitz”, dass sich Google in ihren Anfangszeiten nicht finanzieren konnte und sich dabei fast an den rettenden Hals von Doubleclick werfen wollte – leider kam die Dot-Com Krise dazwischen und DC zerfetze es – nun, DC wieder gestärkt, holt sich G. den “Retter” ins eigene Bott.

So läuft Geschichte.

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