120 Mio $, 150000 Domains, billiger Content und kontextsensitive Anzeigen

by Jojo on 01.05.06 · 1 comment

in Sonstiges

Bei Threadwatch wird über einen interessanten Artikel aus der WSJ diskutiert.

Der Artikel handelt über “Demand Media Inc.”. Das Unternehmen wurde von Investoren mit 120 Mio. Dollar ausgestattet und ist bereits im Besitz von 150.000 Domains. Das Unternehmen will diese generischen Domainnamen mit günstigem Content bestücken und dann mittels kontextsensitiven Anzeigen sein Geld verdienen. Hauptsächlich soll der Content aber von den Besuchern stammen, zum Beispiel in Form von Reviews, Blogs oder Fotos. Die Besucher sollen dann teilweise über Typein-Traffic, aber wohl größtenteils über Suchmaschinen kommen.

Als Beispiel wird unter anderem die Domain Flashgames.com genannt. Diese Domain soll es derzeit mittels Sedo-Domainparking und über 240.000 Besuchern pro Monat immerhin bereits auf stolze 150.000 $ Umsatz im Jahr bringen. Zukünftig soll sich auf dieser Domain dann mehr oder weniger brauchbarer Content finden. (In dem Zusammenhang ein kleiner Exkurs: Die Domain hat zwar einen PR, wird aber bei einer site-Abfrage bei Google nicht gefunden. Yahoo listet immerhin 244 Seiten, aber für Top-Positionen reicht es wohl nicht. Ganz bitter sieht es dafür bei MSN aus, zwar werden nur 2 Seiten gelistet, aber unter dem Keyword Flashgames reicht es zu Position 3.)

Mal schaun was die Suchmaschinen von diesen Absichten halten werden. Ob man wirklich gerne von 150.000 Domains mit miesem Content überrollt wird? Andererseits wird man sehr wahrscheinlich selber über die Anzeigen ordentlich mitverdienen. Aaron Wall spekuliert über die möglichen Folgen:

Will search engines index these thin ad sites? Will these new sites cause a glut of ad supply that causes content ad CPCs to drop? How will this affect small publishers? Will eNom start shill bidding or driving up bid prices on their own expiring domains?

If engines chose to index these hundreds of thousands of thin content sites I could see these saturating many markets and likely forcing some algorithmic changes…especially if 150,000 of them are in the starting portfolio.

  • http://www.onmarketing.de Ralf Zmölnig

    Spannende Info. Ich frage mich nämlich wo das hinführen soll; Beispiele wie diese gibt es ja schon zu tausdenden, und ich finde eine endlose Zahl von Webauftritten, die mit Inhalten aus Wikipedia u.a. nur der Generierung von Traffic über Adsense & Co. dienen.
    Wir haben allein schon eine 4stellige Anzahl von Domains, die wir aber fast ausschliesslich über das Parking “vermarkten”. Wenn wir jetzt alle anfangen “schwachen” Inhalt draufzupacken würde das derzeit auch noch funktionieren… aber wo soll daß hinführen? Ich bin gespannt was GOOGLE & Co sich hier “einfallen” lassen.

    Gruß.

    Ralf Zmölnig

Previous post:

Next post: