Wirtschaftswoche über Weblogs

by Jojo on 29.08.05 · 3 comments

in Blogging

In einem interessantem Artikel befasst sich die Wirtschaftswoche mit dem Thema Weblogs. Unternehmen erfahren dort wie sie Weblogs für Marketingzwecke nutzen können. Außerdem geht der Artikel auf Fehler ein und berichtet über die Entwicklung der deutschen Weblog-Community und ihren rasanten Anstieg.

  • http://www.gaulino.de Ralph

    Der Artikel ist echt interessant. Da stehen paar gute Tipps drin. Sollte als Pflichtlektüre gelten;)

  • http://www.mbieler.de/blog bieler

    Obwohl der Artikel bereits etwas angestaubt ist – ein paar Gedanken zum Thema Werbung bzw.:

    Werbende Aufdringlichkeit
    Während sich im Mittelalter der Werbende, wenn er durch die Lande zog, noch einer ungeteilten Aufmerksamkeit sicher sein konnte, haben sich die Methoden der Werbung inzwischen grundlegend geändert.
    Die Botschaften der Werber oder Marktschreier wurden einst als Attraktionen, als besondere Ereignisse verstanden und aufgenommen. Wer am lautesten, am witzigsten schreien konnte, wer gekonnt provozierte und den aktuellen bzw. lokalen Nerv des Volkes traf, der hatte die größten Erfolge und seine Botschaften mündeten in Unterschriften bei der Soldatenwerbung, oder in Kaufentscheidungen auf dem Markt.
    “Errege mit Deinem Produkt mehr Aufmerksamkeit als Dein Nachbar!” – so funktionierte Reklame noch bis ins vorige Jahrhundert.
    Seit der technischen Entwicklung von neuen Medien wie Rundfunk und Fernsehen und schließlich dem Internet, verkommt das Prinzip der Werbung und Reklame zum Prinzip der gezielten Aufdringlichkeit.
    Außerdem wirbt ein Hersteller längst nicht mehr selbst für seine Produkte – er lässt andere für sich werben.
    Es entstand ein neuer Wirtschaftszweig, die Werbeindustrie und es steigen die Kosten für die technische Realisierung diverser Aufdringlichkeiten: Sende-Unterbrechungen, aufpoppende Reklamebildchen und andere mediale Störungen.
    Damit zusammenhängend, weil von den Herstellern durch ihre Ausgaben für Reklame mitfinanziert, entstehen neue Sendestationen, Sendeformate, Produktionsfirmen usw., kurz – eine weitere Industriezweige, verschiedene Medienanstalten und Internet-Provider.
    Sie alle existieren durch den Umstand der weltweiten Überproduktion von Produkten, die seltener gebraucht als sie hergestellt werden. Der Kampf miteinander konkurrierender Unternehmen wird zu einer unerschöpflichen Geldquelle für die Medien- und Werbeindustrie.
    Je mehr Verkäufer auf einem Markt herumschreien – das weiß jedes Kind – um so weniger kann ein potentieller Käufer hören. Im Gegenteil sogar: Der Kunde wendet sich von den aufdringlichsten der Marktschreier ab und kauft woanders!
    Zwar gibt es eine Theorie – eine Theorie, welche niemals bewiesen werden konnte! – die besagt, dass man den Namen eines Produktes nur möglichst oft zu erwähnen (zu schreien) braucht, damit er sich ins “Unterbewusstsein” des Kunden einprägen und im Augenblick der Kaufentscheidung beeinflussend wirken würde.
    Dass derartige Theorien (Marketingmethoden) von Instituten und Universitäten verbreitet werden, ist nicht außergewöhnlich, denn auch sie werden von der Herstellerindustrie finanziert.
    Kann man erwarten, dass jemand seine eigene Absurdität untersuchen und schließlich auch beweisen würde?
    Wohl kaum.
    Es muss nicht bewiesen werden, dass die gegenwärtige Werbestrategie (Aufdringlichkeit) erfolglos und uneffektiv ist. Es genügt, wenn die Sinnlosigkeit aller aktuellen Ausgaben für Radio-, TV- und Internet-Werbung hier nur kurz erklärt wird.
    Es sollten allerdings von den Herstellern Beweise verlangt werden für Zusammenhänge zwischen den steigenden Ausgaben für Werbung und steigenden Einnahmen durch Kaufentscheidungen, die nachweisbar aufgrund der konkreten Werbebeeinflussung verbucht werden konnten.
    Noch niemals auf der Welt hat jemand ein bestimmtes Auto gekauft wegen einer originellen Autowerbung, welche regelmäßig eine TV-Sendung unterbricht. Noch niemals, so behauptet der Autor.
    Es gibt es auch die Meinung über das “gemeine Volk”, welches derart unterentwickelt ist und Produkte allein deswegen kaufen würde, wenn deren Abbilder quasi unbewusst, aber eben oft betrachtet werden beim Surfen im Internet.
    Inzwischen entwickeln sich jedoch immer besser funktionierende Strategien, insbesondere im Zusammenhang mit dem Internet, die es der eigentlichen Zielgruppe – den potentiellen Kunden – ermöglicht, sich der Aufdringlichkeit moderner Werbungsstrategien zu entziehen: Reklamebotschaften werden einfach unterdrückt.
    Die “Klicks” werden zwar gezählt und dem Hersteller stolz präsentiert, damit er weiterhin die Werbung finanziert, aber immer weniger Menschen nehmen diese Werbebotschaften auf.
    Die Hersteller zahlen – die Quelle scheint unerschöpflich.
    Wer ist hier eigentlich “unterentwickelt” und lügt sich in die eigene Tasche?
    Der Autor unterbreitet folgenden Vorschlag:
    Sämtliche Aufträge für die Werbeindustrie werden seitens aller größeren Unternehmen storniert.
    Das allein wäre schon ein Werbeknaller, oder?
    Neue Strategien werden entwickelt, um potentiellen Käufern Produktinformationen nahe zubringen.
    Das könnten zum Beispiel perfekt gestaltete, übersichtliche und sauber sortierte Internetseiten der Unternehmen mit entsprechend leicht zu recherchierenden Informationen zu den jeweiligen aktuellen Produkten sein.
    Das könnten Produkt-Informationsseiten sein, auf denen jeweils aktuelle Angebote aller branchennahen Unternehmen gefunden werden können.
    Wollen wir uns das Szenarium einmal vorstellen? Radio, TV und Internet schlagartig ohne Werbung, weil nicht mehr bezahlt?
    Medienanstalten melden Konkurs an, Werbemüll verschwindet aus dem Internet, Musik wird nicht mehr unterbrochen, Filme von Anfang bis Ende gezeigt, Webseiten sind klar und übersichtlich …
    Vor allem aber steigt das Bildungsniveau der Menschen, weil die Medienanstalten nicht mehr gezwungen sind, die Pausen zwischen den Werbeblöcken mit Schwachsinnigkeiten zu überbrücken.
    Bald schon werden Menschen mit höherer Bildung gezielt nach Produkten suchen, deren Qualität beurteilen und auch kaufen, denn sie verfügen nicht nur über Urteilskraft, sondern auch über die nötige Kaufkraft.
    Und die Unternehmen?
    Von dem eingesparten Geld könnten Lehrstellen geschaffen werden.
    Die inzwischen arbeitslos gewordenen Medienstars würden umschulen und danach zB. in Seniorenheimen als Alleinunterhalter arbeiten …

    Wenn es wahr ist, dass sich mit den Möglichkeiten der weltweiten Vernetzung eine “Wissensgesellschaft” entwickelt, dann muss das Prinzip der Reklame bei der Vermittlung von Produktinformationen dieser Entwicklung zur modernen Gesellschaft angepasst werden. Diese prinzipiellen Veränderungen bedeuten mehr als nur ein zB. primitives Erhöhen der Lautstärke bei der TV-Werbung.

    Nun müßte man dies alles möglichst unaufdringlich :) an alle Firmen versenden …
    Gruß Bieler
    http://www.mbieler.de/blog

  • http://www.orrl.de Orrl

    Tja, ein wenig zu lang aber insgesamt sehr interessant!

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