AdBlocker und die düstere Zukunft der Onlinewerbung


Verbreitung von AdBlockern

Vor einiger Zeit berichtete Google über nicht angezeigte Werbung. Das ist natürlich eine wichtige Betrachtung, die hoffentlich in Zukunft noch an Bedeutung gewinnt. So langsam bekommt allerdings auch ein bestimmter Typ von nicht angezeigten Werbeanzeigen mehr Beachtung – die von AdBlockern unterdrückte Werbung. Dem kleinem Feuerwerk an negativer Berichterstattung zum Trotz scheinen AdBlock Plus und Co. unbeirrt weiterzuwachsen:

Adblocking Wachstum

Adblocking Penetration

Und was heißt hier weiterzuwachsen, das Wachstum beschleunigt sich sogar. Deutschland gibt hier den USA zur Abwechslung einmal einen Internet-Trend vor. Das dürfte nichtzuletzt daran liegen, dass der größte Anbieter AdBlock hierzulande seine Heimat hat.


Beispiel: AdBlocker-Nutzer auf fachhochschulreife.org

Pagefair bietet einen Service zum Tracken von AdBlockern an. So kann man erfahren wieviele Nutzer auf der eigenen Seite auf diese zurückgreifen und ob es dringend Zeit wird zu agieren. Ich hab es mal auf einer meiner Seiten ausprobiert – fachhochschulreife.org. Ein Blick auf die Grafik:

PageFair fachhochschulreife.org

Pi mal Daumen zeigt sich hier eine AdBlock-Rate von 14 Prozent. Positiv erscheint hier, dass es keine Wachstumstendenz zu geben scheint. Hört sich also erst einmal noch akzeptabel an. Allerdings wird nahezu 100 Prozent des AdBlocking auf dem Desktop geschehen. Fachhochschulreife.org hat etwa 60 Prozent Desktop-Traffic (33 Prozent mobile und 7 Prozent Tablet). Gehen wir einfach mal davon aus, dass 100 Prozent des AdBlockings auf dem Desktop geschieht, so kommen wir hier bereits auf eine AdBlock-Rate von rund 23 Prozent. Unschön, zumal hier auch die Werbeeinahmen entsprechend höher ausfallen. In diesem Fall liegen die Desktop-Einnahmen pro Seitenaufruf über 100% über den mobile-Einnahmen. (Sicherlich hat die mobile-Werbung hier auch Optimierungspotential, aber auch dann dürften es noch annähernd 100 Prozent sein.)


Was blockt AdBlock und was nicht?

Bei Google darf man sich darüber freuen (und gleichzeitig auch ein wenig ärgern) mit AdBlock ein Abkommen zu haben. Werbung in den Google-Suchergebnissen wird entsprechend nicht geblockt. Das nennt sich aus Sicht von AdBlock dann gönnerhaft „akzeptable Werbung“. Das gilt zumindest solange wie der Nutzer das standardmässig gesetzte Häkchen bei „Einige nicht aufdringliche Werbung zulassen“ nicht entfernt.

Dafür dürfen sich viele weitere Webseitenbetreiber darüber ärgern, dass der Spaß für Google AdSense nicht gilt. Und insgesamt werden im Web der Großteil der Werbeanzeigen nicht ausgeliefert. Betroffen ist dabei im wesentlichem Bannerwerbung und Videowerbung. Auch Social Media-Buttons sowie Google Analytics-Aufzeichnungen werden von AdBlock Plus geblockt. Dem Nutzer bleibt hier letztlich überlassen welche „Blocking-Listen“ er nutzen möchte.


AdBlock und mobile

AdBlocking Desktop versus mobileMan möchte fast sagen, dass dies zum Glück kein ganz so großes Thema wie auf dem Desktop ist. Das liegt sicherlich nicht im fehlendem Nutzerinteresse, sondern nicht zuletzt daran, dass es hier deutlich schwieriger zu realisieren ist. So gibt es aktuell kein AdBlock Plus für iOS und für den Chrome-Browser auf Android gibt es lediglich eine kompliziert zu installierende Version außerhalb des Play Stores. AdBlocker hat Google aus dem Play Store geschmissen. Einfacher wird es mobil mit dem Firefox-Browser. Seine mobile Verbreitung ist aber überschaubar.

Man darf aber davon ausgehen, dass sich im Bereich AdBlocker auf mobilen Geräten noch einiges tun wird und AdBlocker dann auch hier mehr Verbreitung finden werden. Mit iOS 9 wird Apple in Kürze wohl einen neuen Takt vorgeben. Man wird für den eigenen Browser „Content Blocking Safari Extensions“ einführen – zu deutsch „Erweiterungen für Safari, um Inhalte zu blockieren.“ Diese Inhalte werden natürlich insbesondere Werbung sein. Die Anbieter stehen hier wohl schon in den Startlöchern. Damit könnte das Thema AdBlocking noch einmal eine neue Dimension bekommen. Zumal die gesteigerte Aufmerksamkeit für dieses Thema auch auf dem Desktop das Wachstum unterstützen könnte.

Hinzu kommt noch einmal, dass es auf mobilen Geräten deutlich mehr und „bessere“ Gründe für AdBlocking und Tracking-Blocking gibt. Hier kann Datenvolumen gespart werden und insbesondere die Ladezeiten zum Teil deutlich reduziert werden:

Ladezeiten Crystal
Owen Williams von TNW hat die AdBlocking-Extension Crystal für iOS 9 getestet.

Ich bin mal gespannt, wie es die Presselandschaft aufgreift, wenn ihr „bester“ Freund sie jetzt auch noch massiv bei den Werbeeinnahmen angreift. (WSJ macht schon den Anfang: Apple’s Ad Blockers Rile Publishers) Apple hingegen konnte bisher im Werbebereich keine Erfolge erzielen und dürfte nun seinen Spaß daran haben, Google bei seinem „Brot- und Buttergeschäft“ zu ärgern.

Passenderweise erlaubt Apple allerdings kein Adblocking innerhalb von Apps … angeblich würden diese die Performance nicht negativ beeinflußen. Andererseits verdient Apple an dieser Stelle durch seinen Werbedienst mit und kassiert 30 Prozent der Werbeumsätze.


Das Ende der Online-Werbung?

Sicherlich nicht. Es gibt viele Wege mit dem Thema umzugehen und je verbreiteter AdBlocker werden, je mehr Alternativen dürften sich am Markt ausprobieren:

  1. Alternatives Werbe-Business – Man kann durchaus mit „Werbung“ sein Geld verdienen ohne dabei überhaupt in den Fokus von Adblockern zu gelangen. Man macht einfach aus der ganzen Seite eine einzige Werbeplattform ala Idealo oder Ladenzeile.
  2. Alternative Werbeformen – Sponsoren lassen sich sicherlich auf einer Seite in einer Art und Weise unterbringen, die nicht in den Aktionsradius von AdBlockern fällt. Bei Mobilegeeks verzichtet man ab dem erstem Januar auf Bannerwerbung und wird sein Glück mit Brandings und Advertorials.
  3. Affiliate – AdBlocker konzentrieren sich darauf Bannerwerbung zu entfernen. Ein einfacher Affiliatelink gehört nicht zu ihren Zielen. Vor allem weil er sehr schwer erkennbar ist. Für das Affiliate Marketing könnten AdBlocker als Branche durchaus auch positive Effekte haben. Daneben gibt es auf Affiliate-Basis auch Mehrwertangebote. Zum Beispiel in Form von fertigen Tarifvergleichen (Bsp. Tariffuxx) oder Preisvergleichen (Bsp. pricemesh).
  4. Wettrüsten – Es gibt bereits einige Methoden AdBlocker zu entdecken. Man kann dann zum Rundumschlag ausholen und dem Nutzer den Zugriff auf die Seite verwehren oder ihn auch einfach freundlich darum zu bitten den AdBlocker für diese Seite zu deaktivieren. Umgekehrt gibt es auf Seiten der AdBlocker aber auch schon das Bestreben solche Versuche zu umgehen. Das hierdurch entstehende Wettrüsten würde wohl nur bedingt produktiv werden. Wird aber sicherlih in den nächsten Jahren ein Thema werden.
  5. Akzeptable Werbung – Sich wie Google den AdBlockern zu Füßen legen, einen Obulus entrichten und sich ihrem Diktat für akzeptable Werbung beugen. Fühlt sich wie Erpressung an, ist es aber wohl zumindest rechtlich nicht …
  6. Zurückhaltende Werbung – Die Werbung und das Tracking so gestalten, dass sich die Nutzer hieran nicht stören und keine Notwendigkeit darin sehen, einen AdBlocker zu installieren. Ich bezweifle mal, dass man diese Uhr noch einmal zurückgedreht bekommt. Erstens weil es immer genug gibt, die dabei nicht mitmachen und zweitens weil durch steigende AdBlocker-Nutzung die Einnahmen in Gefahr geraten und die verbleibeden Nicht-AdBlocker das Geld reinbringen müssen.
  7. Klagen – Bisher sieht es nicht so aus, als wenn die Klagen von unter anderem Zeit Online oder dem Axel Springer Verlag gegen den AdBlock Plus-Betreiber Eyeo GmbH irgendwelche Früchte tragen werden.
  8. Lobbyarbeit – Ala Leistungschutzrecht tun sich die Verlage mit ihrer Macht zusammen und versuchen mit ihrer Lobbyarbeit ein neues Gesetz aus der Taufe zu heben. Anschließend könnte der Punkt „Klagen“ noch einmal aktuell werden. Halte ich jetzt eher für wenig sinnvoll und aussichtsreich…

Wer „schlau“ ist wird sich wohl an den ersten drei Punkten orientieren. Punkt 4 „Wettrüsten“ werden sicherlich auch einige ausprobieren. Der Rest dürfte zu nichts führen. Vielleicht kommt auch noch jemand mit gänzlich neuen Ideen.


Was ich aktuell unternehme?

Nicht jeder wird vom Werbe-Business loskommen. Man kann dieses aber schon so ausrichten, das Werbeblocker nicht überall aktiv werden können – siehe obige Beispiele. Auch beim Thema „Wettrüsten“ wäre es eine Überlegung aktiv zu werden. Es gibt ein paar Firmen die hier versuchen ihr Business aufzubauen. Auch für WordPress gibt es bereits einige Plugins.

Bei neuen Projekten ist für mich klar, sich schon zu Beginn darüber Gedanken zu machen, wie man mit dem Thema umgeht und welche Auswirkungen es auf potentielle Einnahmen hat. Bei bestehenden Projekten ist ein Kurswechsel schwieriger. Auch hier kann man erst einmal mit einem Tool wie Pagefair prüfen, ob Maßnahmen überhaupt erforderlich sind. Seiten mit jüngerem und\oder technikaffinem Publikum haben hier am ehestem Handlungsbedarf. Während ich mir bei neuen Projekten durchaus Gedanken mache, stelle ich bestehende Projekte noch nicht auf die Prüfbank. Werde aber sicherlich in Zukunft testen, wie man AdBlockern an Stelle von AdSense zumindest „irgendeine“ Alternative einblenden kann.


Fazit

Wer weis ob wir in 20 Jahren unseren Onlinemarketing-Enkeln von den großen AdBlock-Kriegen des Jahres 2016-2020 erzählen oder Werbung nur nach aus der Erinnerung kennen. Die Lage um AdBlocker wird sich mit den steigenden Nutzerzahlen aber sicherlich irgendwann zuspitzen und irgendjemand muss uns mit einem Heureka-Moment eine Lösung präsentieren.

Wie man merkt, bin ich was das weitere Wachstum von AdBlockern angeht, nicht sonderlich optimistisch. Mobile dürfte der nächste Wachstumsschub sein. iOS-Nutzer sind dann auch diejenigen Nutzer mit dem Geld in der Tasche. Für die Werbenden eine interssante Zielgruppe. Auf der anderen Seite dominiert hierzulande Android deutlich und Google wird sich sicherlich schwer tun, AdBlocker wieder in den Play Store zu lassen.

Weiterführende Links

2015 – Trends, Thesen, Ideen zu SEO, Affiliate, Social, …

2014 ist bereits gelaufen und ich habe hier leider wieder nicht wirklich viel veröffentlicht. Vielleicht klaptt es ja 2015 besser – vielleicht auch nicht. Nicht fehlen sollte allerdings mein Ausblick auf das grade startende Jahr. Vermutlich fehlt die Hälfte die mir wichtig wäre, aber einfach ein paar mehr oder weniger zusammenhängende Gedanken zur weiteren Entwicklung. Das ganze ist ein über vier Wochen gewachsenes Dokument – man merkt es ihm hoffentlich nicht zuviel an …

Wer auf meine Erwartungen der letzten Jahre zurückschauen möchte, findet hier meine Beiträge für 2013 und 2014.

SEO

In meinem Ausblick auf 2014 hatte ich mich über negativ über den Author Rank geäußert und dieser ist aktuell auch ziemlich tot. Auch an meiner folgenden Aussage aus dem letztem Jahr würde ich aktuell nichts ändern:

Social Media-Gedöns wird bei vielen meiner Projekte wohl kaum eine Rolle spielen. Insgesamt erscheint mir SEO aktuell herrlich unkompliziert zu sein.

Ich habe nicht den Eindruck, dass sich Social Media-Daten für eine Web-Suche eignen. Web-Suche werden im allgemeinen für „bessere“ Informationsquellen als Buzzfeed, Postillion oder ähnliches genutzt.

2014 hat Pinguin- und Panda-Updates gesehen. Davon abgesehen, aber wenig große Neuerungen. Google ist allerdings sehr aggressiv gegen Linknetzwerke vorgegangen. Manchmal aber mehr öffentlich als wirksam. 2015 wird man sich hier wohl auch mit dem Thema „negative SEO“ stärker auseinandersetzen müssen. Wobei Google dieses Thema öffentlich sicherlich meiden wird – es kann Mountain View natürlich nur schlechte PR bringen …

Bisher sieht es für 2015 nach keinen gravierenden Veränderungen aus. Die beständigen Optimierungen und Verbesserungen werden stetig in die Google-Suche einfließen und versuchen sie inkrementell besser zu machen. Nachdem es lange vor allem um Links ging, rückten mit dem Panda-Update sehr schnell Inhalte mehr in den Vordergrund und auch technisches SEO spielt mittlerweile in der Wahrnehmung wieder eine größere Rolle. Könnte vielleicht 2015 auch noch etwas stärker thematisiert werden. Alleine ein Umstieg auf SSL ist alles andere als trivial …

Spannender ist an welcher Stelle Google am Such-Interface Änderungen vornehmen wird und an welcher Stelle man organische Ergebnisse zugunsten eigener Ergebnisse weiter zurückdrängen wird. Mehrmals hieß es in der Vergangenheit Google wolle in Deutschland das Thema Autoversicherung angehen. Ins blaue vermutet, würde ich behaupten, Google verhält sich angesichts der EU-Untersuchung hier aktuell still und wartet das Ergebnis ab, anstatt hier für weiteren Rummel und viel Staub zu sorgen. Das könnte so auch für weitere Bereiche gelten.

Mit seiner Marktmacht ist Google aktuell auch dabei, CSS- und Javascript-Dateien für seine Bots zugänglich zu machen. Ein Rendering inklusive Analyse dürfte wohl ein relevanter Rankingfaktor werden. Ziel dürfte bei unter anderem sein, die mobile-Freundlichkeit einr Seite zu erkennen. Aber auch die Erkennung welche Inhalte „above the fold“ oder zumindest direkt sichtbar sind oder nur über Tabs oder ähnliches erreicht werden können, dürfte an Bedeutung gewinnen.

Keine Facebook-Web-Suche

Nachdem Facebook Bing als Web-Suche rausgekickt hat, gab es kürzlich Hoffnungen man könnte Google Konkurrenz machen. Aber wie bereits gesagt, Social Media-Daten sind nicht der heilige Gral für eine Web-Suche. Insofern sehe ich auch nicht, das Facebook groß in Kürze in das Such-Geschäft einsteigen wird oder könnte. Man hätte dort aber schon spannende Daten um zum Beispiel eine Nachrichten-Suche bzw. Google News-Alternative zu starten. Davon abgesehen ist man aber auch noch weit davon entfernt eine brauchbare und viel genutzte interne Suche zu haben. Das dürfte die wichtigste Baustelle sein.

Auch das kürzliche auftauchen eines Apple-Crawlers sorgte zugleich für Gerüchte. Ist natürlich noch viel größerer Blödsinn. Crawler werden für alles mögliche gebraucht und ich hätte auch Zweifel, dass die Entwicklung einer Suchmaschine zu den Kompetenzen von Apple gehören würde.

Social Media

Zuweilen frage ich mich, inwiefern die Einbindung von Social Media-Buttons nicht reine Platzverschwendung ist. Durch entsprechende Änderungen bei den Facebook Pages wird es auch nicht wirklich attraktiver hier viel zu investieren. Natürlich gibt es Bereiche in denen Social Media unverzichtbar ist. Nachrichtenlastige Seiten haben hier eine wichtige Traffic-Quelle. Im E-Commerce-Bereich wird es schon deutlich schwieriger. Große Marken können hier sicherlich noch dem Aufwand entsprechende Nutzen herausholen.

Google+ ist tot
Abgesehen von Außnahmefällen wie dem Technikbereich ist Google+ tot. Daran wird sich wohl auch nichts mehr ändern. Ich habe zumindest keine Hoffnung mehr. Stecke da auch keine Energie mehr rein. Einstellen wird Google es sicherlich in nächster Zeit nicht. Orkut hat man auch ewig vor sich hinleben lassen. Immerhin hat Google die Menschen massiv in Profile und Google-Accounts getrieben. Dazu hat man sich allerhand einfallen lassen. Google+-Zwang auf YouTube ist ein gutes Beispiel. Für Google hat es sich sicherlich schon gelohnt …

Mobile + Webdesign

Dazu habe ich aktuell mehr Fragen als Antworten. Wir sehen aktuell zahlreiche Gerätegrößen vom 3,5 Zoll bis zum 6 Zoll Smartphone, weiter zum 10 Zoll Tablet und über 27 Zoll Monitore hin zu Riesen-Fernseher. Diese Vielfalt kombiniert mit einer Vielzahl an Auflösungen macht das Leben nicht unbedingt einfacher und Webdesign sowie Usability zu einer der größten Herausforderungen der nächsten Jahre.

Außerhalb des „Profi-Bereiches“ sieht man auch noch zu wenig Ladezeitenoptimierungen. Grade auch im Hinblick auf mobile. Die durchschnittliche Website kommt mittlerweile fast auf 2 MB.

Und um das hier auch wieder festzuhalten. Der Trend zu mobilen Geräten geht in Deutschland weiter. Allerdings zeigt sich bei Tablets ein deutlich zurückhaltenderes Wachstum. Statcounter-Daten für die letzten Jahre bis zum Dezember 2014:

StatCounter comparison DE-monthly-200812-201412

Der Größensprung bei den iPhones dürfte das Thema mobile noch einmal pushen und auch auf Anbieterseite dürfte man sich über mehr Platz auf dem Display freuen.

Evil Google reloaded

An Google gibt es leider viel zu viel zu kritisieren. Die Einvernahmung der Suchergebnisse durch eigene Angebote ist dabei sicherlich das größte Thema. Auch durch die Untersuchung der EU – hoffentlich kommt man hier 2015 zu einem Ergebnis. Egal wie es ausgeht. Aber auch das Google immer mehr zur „Findemaschine“ wird, gefällt mir nicht immer. Das fördert nicht unbedingt die Qualität – aus meiner Sicht eher eine Monokultur.

Interessant ist auch zu sehen wie Google sein eigenes Business sichert und gegen die Konkurrenz abschottet. Unter dem verständlichem Mantel der Sicherheit sorgt man immer wieder für weitreichende Veränderungen. Ein solch großer Schritt war es keine Keyword-Daten mehr mit dem Referer (keyword not provided) herauszugeben. Die Umstellung auf https ist ein nächster Schritt die Konkurrenz von Informationen abzuschneiden, während Datenkrake Google sich immer noch alles relevante einverleiben kann. Das scheint auch 2015 so weiterzugehen. Schon droht man an nicht mit HTTPS geschützte Verbindungen im Chrome-Browser überdeutlich als unsicher zu deklarieren … hier geht es immer darum Werbung besser „targeten“ zu können als die Konkurrenz. Einzig Facebook dürfte man hiermit nicht sonderlich beeindrucken können …

Affiliate

Wird es auch 2015 noch geben. Gewinnt aber nicht wirklich an Relevanz im Marketing-Mix – dürfte hier bezogen auf Marktanteile eher auf der Verliererseite stehen. Persönlich hab ich da aber 2-3 Projekte in Arbeit, bei denen Affiliate wohl mal wieder relevantere Umsätze einfahren könnte.

Affiliate-Marketing wird es wohl in irgendeiner Form immer geben, aber es wird sich wohl mit der Aufsplittung der Aufmerksamkeit auf mehr internetfähige Geräte schwerer tun. Google und Facebook haben es hier mit ihren Werbeangeboten wesentlich einfacher und können ihr Angebot so als extrem werbewirksam darstellen. (Bis hin zum Online-zu-Offline-Tracking) Während es auf der anderen Seite eine große Herausforderung ist, einem Affiliate seine Werbeleistung fair zuzuordnen. Das ist aber nichts neues. Wenn es um Bannerflächen geht, hat Affiliate schon lange keine Relevanz mehr. Selbst Multichannel-Tracking, Customer Journey Tracking, etc haben wohl noch eine übersichtliche Verbreitung.

Im Mobile-Bereich dürften sich Affiliates auch noch die ein oder andere Chance bieten. Sind sie in der Regel doch agiler als andere Unternehmen.

AdBlocker

Ein Thema zu dem ich wohl demnächst mal einen eigenen Beitrag veröffentlichen werde. Im Zusammenhang mit Affiliate aber interessant. AdBlocker sind weiter auf der Gewinnerstraße und für Facebook und Google ein Problem. Hier hat Affiliate seine Vorteile. Oft wird Affiliate in Formen angewendet die von AdBlockern nicht erkannt wird – im Zweifel ein einfacher Textlink.

Steigende Komplexität schadet Einzelkämpfern

WordPress installieren, Themes drauf und mit Inhalten loslegen wir immer schwieriger. Das fängt schon damit an, dass viele Themes von der Stange zwar hübsch sind, in vielen Bereichen aber auch „grottenschlecht“ sind. Zum Teil mit Funktionen überfrachtet die in Plugins gehören – aber für den Verkauf wohl den notwendigen Wow-Faktor bringen. Ladezeitenoptimierung scheint für den Verkauf auch ein kaum relevanter Punkt zu sein. Viel Nacharbeit ist nowendig, die einiges Geld oder Zeit kostet. Letzeres aber auch entsprechendes Wissen voraussetzt.

Das ist natürlich nicht ganz so trostlos. Die Antwort auf die steigende Komplexität sind fertige Systeme. Ohne horrendes Vorwissen kann man sich ein WordPress mit Theme und Plugins schon recht gut „zusammenklicken“. Es muss aber noch einfacher werden. Einen einfachen Blog zu betreiben scheint mir schon wesentlich komplexer zu sein, als einen YouTube-Channel an den Start zu bringen. Und wir sehen ja auch viele YouTube-Einzelkämpfer (und hier auch vermehrt Einzelkämpferinnen) mit mal mehr oder weniger großen Einnahmen.

Meine Ziele für 2015

Besucher dauerhaft halten
Was ein Zalando nicht nur dank seiner Marke gut macht. Man gewinnt wiederkehrende Käufer. Die Basis dafür ist natürlich ein guter Kundenservice. Aber man muss die Kunden auch zur Wiederkehr bringen und sie an sich binden. Das macht Zalando zum Beispiel mit seinem Newsletter recht gut. (Von Amazon.com trudeln bei mir gar E-Mails ein, wenn ich mir nur ein Produkt angeschaut habe. Vorteil Amazon ist natürlich, das man meist dort eingeloggt ist.) Ebenso versucht Zalando regelmässig mit Gutscheinen zum Einkauf zu animieren – das nicht nur per Newsletter sondern auch traditionell per Post. In jedem Fall eines meiner Ziele für das Jahr 2015: Mehr wiederkehrende Besucher aufbauen und Newsletter starten. Irgendwo hier hat auch Social Media bei mir seine Relevanz.

Panda besiegen
Eine meiner Seiten war 2011 betroffen als Panda den globalen Sprung gemacht hat. Die Seite lang seitdem im Winterschlaf. Aktuell arbeite ich daran den Panda von der Seite zu vertreiben. Sollte mir dies gelingen, wird es hier sicherlicher einen ausführlicheren Bericht dazu geben. Hoffen wir also das Beste …

Qualität, Qualität, Qualität
Nicht nur bezüglich der Panda-Seite, aber ganz allgemein an jeder Ecke einer Website immer wichtiger. Im Zweifel gilt dann aber auch: Mehr Qualität auf Kosten von Quantität. Entsprechend verbessere ich ständig inkrementell Inhalte, Technik, Design und Co. Zuweilen ist aber natürlich auch ein größerer Umbruch von Nöten. Soweit sollte man es heute aber möglichst nicht kommen lassen.

In Bezug auf SEO bin ich da mittlerweile sehr rigoros in der Frage, was ich Google indexieren lasse.

Wunschträume

… das Google sich darauf besinnt die nette Suchmaschine von nebenan zu sein.
… eine Alternative zu Google.
… mehr Datenschutz und Transparenz gegenüber den Datenkraken Google + Facebook.
… weniger Neuland und mehr Internetkompetenz bei deutschen Entscheidungsträgern.
… mehr Verantwortungsbewußtsein seitens Google und anderer Internetfirmen.

Allen ein frohes neues Jahr!

Update: Wer die Hoffnung hat, dass ich vor dem Beitrag zum Jahr 2016 noch etwas interessantes schreibe, sei die Facebook-Page zum Folgen empfohlen. Und auch mein Twitter-Account siecht zwar vor sich hin, aber wird automatisch mit den neuen Beiträgen aus diesem Blog versorgt.

Seo Blogparade: Was hat sich für dich geändert?

LogoWird dringend mal wieder Zeit für einen Blogbeitrag, da kommt mir die SEO-Blogparade von Seokratie grade recht, auch wenn ich es mir abgewöhnt habe, von mir als SEO zu denken. Ein SEO ist für mich heute nur noch jemand, der Suchmaschinenoptimierung für Kunden anbietet. Das mache ich nicht und habe ich auch nie gemacht. Heute würde ich mich in erster Linie als „Internetprojekt-Betreiber“ bezeichnen. Aber für eine Teilnahme an der Blogparade dürfte ich grade noch SEO genug sein:

Wie bist Du zu SEO gekommen?
1998 ging meine erste Domain online. Damals noch mit NetObjects Fusion zusammengeklickt. Kurz danach habe ich mir das erste HTML-Buch gekauft und angefangen selber zu basteln. Es folgten CGI-Scripte und etwa 1999/2000 dann PHP-Scripte und die ersten eigenen simplen PHP-Programmierungen. Hier und da waren auch schon Suchmaschinenoptimierung und Affiliate ein Thema. Dabei ist aber nichts wirklich nennenswertes herausgekommen. 2004 war ich für ein Praxissemester ein paar Monate in Hameln. Eine meiner Aufgaben war es mir das Thema SEO näher anzuschauen. Dabei bin ich im Abakus-Forum gelandet und habe die Nähe zu Hannover genutzt und die erste Abakus Pubcon besucht. Meinem Arbeitsgeber konnte ich in der kurzen Zeit beim Thema SEO nicht wirklich weiterhelfen. Musste mich auch selber erst einmal einarbeiten, aber ich hab den anschließenden Sommer genutzt und kurzerhand ein Gewerbe angemeldet.

Welches war Dein erstes Webprojekt?
Mein erstes Projekt, dass ein paar nennenswerte Euronen verdient hat, beschäftigte sich mit Autovermietungen. Das ist kein Riesending geworden, aber hat mit 20 Euro am Tag aufgezeigt, dass es sich lohnt am Ball zu bleiben.

Was hat sich für Dich seit dem Beginn von SEO geändert?
Mitarbeiter sucht man bei mir immer noch vergeblich. Vieles kann man selber machen, manches findet sich im Web und verkürzt zumindest den Weg zum Endprodukt und noch viel mehr kann man outsourcen. Über die Jahre sind die Möglichkeiten hier deutlich größer geworden und es ist heute ein leichtes Inhalte, Design oder Programmierungen in Auftrag zu geben. Da hat sich über die letzten 10 Jahre wirklich vieles erleichtert. Einfach mal schnell WordPress zu installieren, ein Theme drauf zu schmeißen, Plugins zu installieren, Inhalte schreiben zu lassen und ein Paket Bilder zu kaufen lässt sich heute problemlos an einem Arbeitstag erledigen.

Der spannendere Teil ist dabei natürlich auch heute noch SEO. Links sind zwar immer noch wichtig, aber dahinter hat sich wirklich wahnsinnig viel verändert und der Qualität der Suchergebnisse hat dies sicherlich gut getan. Da Google viel dafür getan hat, dass nur „gute Links“ zählen ist dabei nur ein kleiner Baustein. Durch das quantitativ viel größere Angebot, kann Google heute auch deutlich wählerischer sein. Als SEO muss man sich hingegen mit sehr viel Konkurrenz herumschlagen. Auf der anderen Seite ist der Kuchen aber auch gewachsen …

Wie erklärst Du Unbeteiligten, die sich nicht im Internet auskennen, was Du genau machst?
Wenn möglich gar nicht. Wenn es sein muss dann irgendetwas mit Internetprojekten und Internetmarketing … ach lasst mich doch in Ruhe …

Welche Tools nutzt Du hauptsächlich?
Auf SEO beschränkt betrachtet wären das Sistrix, Ahrefs, Google Webmaster Tools und der Google Keyword Planner. Wichtig in meiner täglichen Arbeit sind aber auch Google Docs, Evernote und Google Analytics. Alle bieten nicht nur die von mir gewünschten Features, sondern packen dass auch in eine simple und angenehm zu nutzende Oberfläche. Für Onpage-SEO-Tools habe ich keinen großen Bedarf. Ich kenne meine Projekte in der Regel gut genug, diese erreichen heutzutage auch keine unübersichtliche Anzahl an Unterseiten. Ein wichtiges Tool ist für mich außerdem InfiniteWP geworden um meine vielen WordPress-Installationen auf einem aktuellem Stand zu halten. Hinzu kommt dann noch eine Reihe von Eigenentwicklungen.

Wie sieht Deine Arbeitswoche aus? Wie viel arbeitest Du?
7 Tage die Woche – aber dann unterschiedlich intensiv. Am Wochenende ist es meist weniger intensiv, schon alleine um das ein oder andere Fussballspiel zu verfolgen. Wenn ich ein spannendes Buch in die Hand bekomme, lasse ich die Arbeit auch schonmal für zwei Tage fast stillstehen und lese erst einmal das Buch zu Ende. So langsam scheint das Wetter auch wieder golffreundlicher zu werden. Da wird es mich dann wohl wieder bis zu fünfmal die Woche auf den Golfplatz verschlagen. Das wird aber nicht jedes mal eine 18 Loch-Runde, sondern auch einfach mal eine Stunde Bälle über die Driving Range prügeln. Einen Wecker habe ich nicht, in den Arbeitstag starte ich kurz nach dem Aufwachen. Aktuell ist das etwa 10 Uhr, aber das ändert sich alle paar Monate und schwankt zwischen 9 und 12 Uhr. Dafür wird es dann auch schonmal nach Mitternacht.

Meine Arbeitszeit verbringen ich zu 99 Prozent am Schreibtisch vor meinen beiden Bildschirmen plus Laptop.

Was gefällt Dir an SEO am meisten?
Das ich kein SEO bin, mich aber trotzdem so nennen kann. 😉 SEO und das ganze Internet-Business stellt einen regelmässig vor neue Herausforderung und bringt beständige Veränderungen. In der Regel handelt es sich dabei um positive Verbesserungen, wie zum Beispiel technische Neuerungen. Meine ersten eigenen Webdesign-Versuche waren noch mit Frames, es folgten Tabellenkonstrukte. Die Möglichkeiten von CSS3, Javascript, Ajax und Co sind heute einfach traumhaft.

Was magst Du nicht an SEO?
Die Dominanz von Google als beherrschendes Suchmaschinenunternehmen. Etwas mehr relevante Alternativen wären ein Traum. Genauso wenig gefällt es mir, dass andere Bereiche von Riesen wie Facebook, Amazon oder Ebay dominiert werden.

Wie sieht SEO in fünf Jahren aus?
Wir werden noch immer Suchergebnisse haben und es wird noch immer einen Wettstreit darum geben an erster Stelle zu stehen. Klassischer Webspam wird immer weiter aussterben. Man sieht ihn schon heute kaum noch. Aber wenn sich 20 Banken, 5 Kreditvergleiche, 10 Informationsportale, etc. um die Kredit-Suchergebnisse balgen, bleibt für SEOs immer noch genug Spielraum ihrer Arbeit nachzugehen. Am Ende gibt es immer noch nur einen Platz 1. Auch wenn Google dies auch immer stärker aufbricht. Man muss Besuchern und Google einfach nur gleichermaßen etwas bieten.

Darüberhinaus ist es schwer Prognosen zu machen. An der Vormachtstellung von Google wird sich wohl nichts ändern. An einen Umschwung von Links auf Social glaube ich nicht. Es gibt einfach zuviele langweilige Themen und Google wird es am Ende qualitativ nicht weiterbringen, wenn jeder nur noch mit lustigen Katzenbildern auf der Jagd nach Erwähnungen auf sozialen Netzwerken geht. Wirklich Sinn machen könnten Social Mentions allerdings bei aktuell brandheißen Themen.

Vielleicht schafft Google es, dass man bessere Alternativen für Links findet und diesen ein wenig an Bedeutung nimmt. Die aktuellen Bemühungen des Google-Webspam-Teams im Kampf gegen Linknetzwerke zeigen aber, dass man hier aktuell nicht vor einem Durchbruch stehen zu scheint. Auch nach Pinguin gibt es noch mehr als genug fragwürdige Linkprofile. Hier wird Google auch in Zukunft die Schrauben weiter anziehen. Meine Hoffnungen, Erwartungen und Befürchtungen liegen darauf, das Google die Inhalte selber immer besser verstehen und interpretieren wird können.

Weitere Teilnehmer der Blogparade:
Bett und ein Buch warten auf mich. Wird morgen nachgetragen. Gute Nacht!

Update: Die ersten Teilnehmer:

Update 2: Und noch mehr Teilnehmer:

13 interessante WordPress-Plugins zum Webmaster Friday

Wordpress LogoIm Versuch 2014 wieder etwas öfters zu schreiben, kommt mir der aktuelle Webmaster Friday ganz recht. Gelegentlich finden sich dort Themen zu denen ich auch etwas beizutragen habe. WordPress-Plugins sind da sicherlich eines der einfacheren und schneller abgehandelteren Themen.

Ich setze fast ausschließlich auf WordPress. Das allerdings in zwei entscheidend unterschiedlichen Szenarien. In Szenario 1 als Blog-System und in Szenrario 2 als CMS-System – das kann man natürlich auch noch miteinander vermischen. Entsprechend unterschiedlich fallen auch die Plugin-Erfordernisse aus. Die interessanteren von mir verwendeten Plugins:

  • Akismet – Spam ist noch immer das größte Ärgernis für Blogbetreiber. Akismet filtert viel davon recht zuverlässig aus. Nur beim manuellem Spam tut man sich natürlich schwer.
  • Subscribe To Comments
  • Disqus Comment System – Die Lösung für meine Spam-Probleme. Scheint auch den manuellen Spammern die Lust zu vertreiben. Akismet und Subscribe to Comments sind damit natürlich obsolet. Installation auf internetmarketing-news.de steht schon lange auf meiner todo-Liste …
  • WordPress SEO – Dürfte den meisten geläufig sein. Ich benutze es vor allem für Google+ Autorintegration, Facebook\Google+-Daten, XML-Sitemaps und die Möglichkeit ausgewählte Seiten und Kategorien auf „follow,index“ zu stellen.
  • Google Analytics Dashboard – Integriert Google Analytics-Daten ins WordPress Backend. Auf meiner todo-Liste findet sich passend dazu auch folgendes Plugin: Google Analytics Top Content Widget. Bisher aber noch nicht getestet.
  • Infinite WP – Wer viele WordPress-Installationen aktuell halten muss, wird InfiniteWP lieben. Ich hatte hierzu im Dezember 2012 schon etwas geschrieben.
  • WP Super Cache – Ladezeitenoptimierung.
  • WordPress Database Backup
  • AJAX Thumbnail Rebuild – Wer intensiv an einer Seite rumbastelt, wird irgendwann auch Thumbnail-Größen ändern oder neue Größen hinzufügen wollen. In diesem Fall müssen die Thumbnails für vorhandende Bilder natürlich neu erstellt werden.
  • WP Lightbox 2 – Links auf Bilddateien in einem Overlay anzeigen.
  • Microkid’s Related Posts – Für den Benutzer sind die automatisch generierten ähnlichen Beiträge oft leider wenig hilfreich. Wenn WordPress eher als CMS für eine kleine Seite mit maximal 100 Unterseiten eingesetzt wird, dürfte es Sinn machen, die ähnlichen Beiträge per Hand herauszusuchen. Teste ich aber erst seit einigen Tagen auf einer neuen Seite. Ergebnisse sind also noch abzuwarten.
  • Subscribers Text Counter – Anzahl der „Twitter, Facebook, Youtube“-Follower ausgeben.
  • Jetpack – Birgt ein ganzes Paket an Funktionen. Ich nutze hier aktuell die Besucher-Statistiken und die Möglichkeit neue Beiträge auf Facebook zu publizieren.

Auf jedem meiner Projekte kommt hiervon immer nur eine kleine Auswahl zum Einsatz. Im Zweifel verzichte ich eher auf ein Plugin und bleibe bei einem schlankem System. Hinzu kommen ohnehin auch noch einige selber entwickelte Plugins. Hiervon ist aktuell aber keines veröffentlicht.

2014 – Trends, Thesen, Ideen zu SEO, Affiliate, Social, ….

Wieder geht es in ein neues Jahr. Damit wird es wieder Zeit für einen Blick in die Glaskugel. Wenn ich auf meine Voraussicht für 2013 zurückschaue, bin ich mit meinem Geschreibsel von damals eigentlich immer noch ganz glücklich. Meine Gedanken zum vor uns liegendem 2014:

SEO
Extrem gute Inhalte plus qualitativ hochwertige Links. Das ist ganz kurz gesagt meine SEO-Planung für meine 2014er-Projekte. Andere Faktoren wie zum Beispiel responsive Design sollten mittlerweile eine Selbstverständlichkeit sein. Ebenso eine auf den Nutzer ausgerichtete Seite. Social Media-Gedöns wird bei vielen meiner Projekte wohl kaum eine Rolle spielen. Insgesamt erscheint mir SEO aktuell herrlich unkompliziert zu sein.

Nach Panda und Pinguin geht es 2014 vielleicht auch wieder in etwas weniger spektakuläre SEO-Zeiten. Dinge wie den AuthorRank sehe ich auch heute noch ähnlich wie vor 12 Monaten:

In welcher Form kann der AuthorRank denn überhaupt eingesetzt werden? Die Qualität von Artikeln anhand des Autors zu bewerten erscheint mir recht schwierig. Ganz einfach weil auch langfristig auf den meisten Seiten kein Autorenprofil eingebunden sein wird. Das macht auch nur bei redaktionellen Artikeln wirklich Sinn.

Google-Expansion
Wer als SEO in neue Themenfelder vordringen möchte, muss sich schon länger fragen, ob hier größere direkte Konkurrenz durch Google droht. Google versucht immer mehr Geld aus seinen bestehenden Produkten herauszuquetschen. Zuletzt waren die Google Product Listing Ads ein solch eindrucksvolles Beispiel, wo aus einem kostenlosem ein kostenpflichtiges Produkt wird und Google noch stärker in Konkurrenz zu den Preisvergleichen ging. (Die größtenteils zwischenzeitlich auch in den Suchergebnissen ordentlich Federn lassen mussten. Panda sei Dank …) Die Berichte der letzten Monate lassen für 2014 zumindest einen Einstieg in den Vergleich von Autoversicherungen erwarten. Grundsätzlich sind für Google hier alle Bereiche mit entsprechend hohem Werbevolumen von Interesse. Das trifft erst einmal sicherlich vor allem Versicherungs- und Finanzprodukte. Vorstellbar sind dann auch Strom-, Gasvergleiche sowie der Mobilfunkbereich.

Als Innovationsführer wird Google hier wohl nicht auftreten, sondern den bestehenden Vergleichsdiensten einfach nur das Geschäft abknöpfen. Hier geht einerseits darum die Nutzer noch mehr an Google zu binden und mittelfristig für mehr Suchvolumen zu sorgen. Für den Anfang ist aber vor allem relevant, dass man einen Mitverdiener (den Vergleicher\Affiliate) ausschalten kann und das Geld dann natürlich für sich vereinnahmen möchte.

Dabei droht natürlich auch immer die Gefahr das Google seine Marktstellung ausnutzt. Es natürlich eindeutig auch schon getan hat. Dazu muss man nur einen Blick auf die Google-Eigenprodukte in den Suchergebnissen werfen. Das kann ich nicht grundsätzlich als verwerflich ansehen, denn oft geht es darum die eigene Suche besser zu machen und direkt Antworten zu geben. Fraglich ist aber schon, ob Google hier nicht teilweise schon etwas zu weit geht. Einzig die EU könnte Google hier etwas einbremsen. Als Trend wird das aber schwer aufzuhalten sein, wenn es darum geht dem Nutzer Fragen direkt zu beantworten. Man wird Google schlecht dazu zwingen können, eine minderwertige Suche anzubieten.

Social Media-Gedöns
Facebook, Google+, Twitter und Co. sind sicherlich für eine Reihe von Produkten, Marken oder auch Blogs von großer Bedeutung. Für den Typus-Seite den ich derzeit plane, dürfte das aber eher verschenkte Aufmerksamkeit sein. Auch für SEO ist die Relevanz wohl eher überschaubar. Es gibt einfach viele Themen, bei denen am Ende auch Google Schwierigkeiten haben wird qualitativ und quantitativ brauchbare Signale zu erhalten. Aus der Sicht einer Suchmaschine dürften Social Signals vor allem für die Bewertung von aktuellen Nachrichten interessant sein. Wer Social Media betreibt um nah an seinen Kunden\Besucher zu sein um von diesen zu lernen oder Informationen und Hilfestellungen (wirklicher Mehrwert!) zu bieten macht alles richtig. Wer es nur für SEO macht, lässt es besser bleiben.

Nebenbei bemerkt: Als SEO neigt man dazu Google+ vor allem eine Relevanz für die Neusortierung der Suchergebnisse zu geben. Sehr viel wertvoller dürften die von den Nutzern hinterlegten Daten aber für die Werbeflächenvermarktung sein. Und wiederum eine andere Frage ist, wie und wo Google+ noch in die Suchergebnisse gedrückt wird.

Local SEO
Nicht ein Thema das mich per se jetzt besonders beschäftigt. Von jeglichen Versuchen mit Regional-Keywords habe ich mich schon 2006 verabschiedet. In diesem Markt wird man immer Probleme mit Google haben. Für das SEO-Kundengeschäft ist das Thema ein wenig interessanter. Kaum jemand bedient die lokalen Geschäfte mit anständigem SEO. Das Problem ist natürlich auch, dass man es hier mit einem vergleichsweise kleinem Budget zu tun hat. Und selbst kümmern sich ebenso wenige der Geschäftsinhaber um dieses Thema. So wird in den Suchergebnissen die Google+-Seite doch relativ prominent verlinkt. Nur sehr wenige haben diese aber optisch und inhaltlich gut aufbereitet – geschweige denn mal einen Kunden zu überhaupt einer Bewertung bewegt.

Affiliate
Der Affiliate-Markt kommt derzeit nicht wirklich vom Fleck. Dass die Umsatzzuwächse sich in Grenzen halten, ist schon länger offensichtlich. Markus Kellermann hat dazu kürzlich einen ausführlichen und interessanten Artikel veröffentlicht.

Die von mir erwartete größere Bewegung im Affiliatemarkt ist 2013 bestenfalls im negativem Sinne aufgetreten. Mir sind die Affiliate-Netzwerke zu unkreativ. Affilinet hackt nun seit einer Weile mit seinen „Comparison Tables“ herum. Lange Zeit ein ziemlich enttäuschendes Produkt. Es musste wohl erst ein Tariffuxx an den Start gehen, damit man Copycat spielen kann.

Google – der Tracking-Gigant
Google boxt Google+ derzeit gnadenlos durch und zwingt so zum Beispiel seine YouTube-Nutzer in Google+. Auch wenn ich selber durchaus ein Fan von Google+ bin, kommt man nicht darum herum, dass dort im Vergleich zu den Netzwerkkonkurrenten deutlich weniger Leben ist. Aus Googlesicht zwingt man die Nutzer aber immerhin in die ständige Nutzung von Accounts hinein. Das dürfte die Verfolgung von Personen insbesondere auch über die Grenzen von Geräten hinweg wesentlich vereinfachen. So ist zum Beispiel auch jeder Android-Nutzer bereits mit einem Google-Account ausgestattet.

Das Tracking über Gerätegrenzen hinweg ist für Google sicherlich ein elementar wichtiges Thema, wenn man mobile Werbung erfolgreich verkaufen möchte. Kann man so doch darauf verweisen, dass der spätere Desktop-Käufer zuvor bereits über eine AdWords-Anzeige auf seinem Smartphone zu diesem Onlineshop gelangt war. Im Vergleich zu allen Konkurrenten im Tracking-Umfeld hat Google hier sicherlich einen meilenweiten Vorteil. Man hat einen eigenen Browser, AdSense und Analytivs-Codes auf vielen Webseiten, eine steigende Anzahl eingeloggter Nutzer und sogar zwei Betriebssysteme. Mit den Tracking-Möglichkeiten von Google dürfte auf absehbare Zeit niemand mithalten können. Wer einen Blick in die Einstellungen eines Android-Gerätes mit der neuesten Android-Version KitKat wirft, findet dort bereits den Punkt Anzeigen mit einer AdVertising ID.

Google AD ID

Man darf gespannt sein wie gut die Konkurrenz das geräteübergreifende Tracking lösen wird. Ich erwarte Google hier zwar führend, aber zweifelohne wird es noch genügend Raum für andere Ansätze geben. Hieran wird auch an einigen Stellen gearbeitet. Wie hier am Ende das Thema Privatsphäre reinspielt bleibt abzuwarten. Nicht zu vergessen ist außerdem „cookieless Tracking“.

Mobile
Der Anteil der mobilen Suchen hat in Deutschland laut Statcounter innerhalb eines Jahres einen Sprung von 6,19 auf 10,9 Prozent gemacht. Zwischenzeitlich hat man dankenswerterweise damit begonnen die Nutzung von Tablets als eigene Kategorie zu bewerten. Hier ging der Anteil von 2,79 auf 4,96 Prozent hoch.

StatCounter mobile Tablet Desktop

Bedeutet alles im Grundegenommen nicht viel anderes als vor 12 Monaten. Man muss sich auf die vielen unterschiedlichen Geräte, ihre Bildschirmgrößen und mannigfaltigen Auflösungen einstellen. Hinzu kommt natürlich auch die Monetarisierung. Werbemittel müssen in vielen unterschiedlichen Anzeigearten eine gute Figur machen. Hier hat Google kürzlich endlich erste Schritte unternommen und bietet Adsense-Anzeigen für das „responsive Web“ an. Monetarisierung von „mobile“ ist sicherlich eines der wichtigeren Themen in 2014.

Völlig an mir vorbei gegangen war die folgende Google-Ankündigung: Indexierung von Apps wie bei Websites. Vor einem Jahr hatte ich über die „Google-Konkurrenz“ durch Apps geschrieben. Dies könnte eine kleine Antwort auf entsprechende Google-Sorgen sein: „Wenn du schon eine App nutzen möchtest, dann gehe zumindest über unsere Suche … vielleicht klickst du ja doch auf eine Werbeanzeige.“

Langfristigere Trends
Google Now – Hier und da bastelt Google auch international an den Funktionen. Auch ein sehr langfristig angelegtes Google-Projekt, dass uns bisher nur einen kleinen ersten Einblick gewährt hat.
Wearable Computing – Google Glass, iWatch, Fitbit etc. wird auch 2014 sicherlich ein Trend bleiben. Wer nicht grade mit einer App dabei sein möchte, kann das Thema wohl aktuell noch beruhigt als Beobachter begleiten.
Chrome OS – Zumindest in den USA entwickeln sich Chromebooks zum Hit. Insbesondere als extrem billige Laptops.
iBeacon – Besucher eines Ladengeschäftes ein Angebot direkt auf das Handy schicken? Keine Zukunftsmusik mehr, sondern wird grade Realität.

Weitere Interessante Ausblicke auf 2014
Eric Kubitz: (Fast) alles bleibt neu: SEO im nächsten Jahr
T3N: Mega-Trends 2014: 13 Experten und ihre Prognosen fürs kommende Jahr
Ranksider: 68 Experten über die Online Marketing Trends 2014
powered by search: Where Do You See Local Search in 2014? 26 Experts Weigh In
SEOWizz: What Is SEO Going To Bring Us in 2014? (Ein paar interessante Gedanken zu Linkentfernung versus Disavow Tool.)

Rückblickend auf 2013 ist es mir leider nicht gelungen hier wieder öfters zu schreiben. Vielleicht ein guter Vorsatz für 2014. Allen Lesern an dieser Stelle ein frohes Jahr 2014!

SEOphonist – Der SEOcontest zum OMClub 2013

Wie der OMClub mittlerweile eine schöne DMEXCO-Tradition geworden ist – gehört zum OMclub natürlich mittlerweile traditionell auch der SEO Contest. In diesem Jahr darf um die Rankings beim Begriff „SEOphonist“ gerungen werden. Auch diesmal darf sich der Gewinner wieder über ein iPhone freuen. Das wird Apple wohl freundlicherweise morgen ankündigen …

Eine Verfolgung der Top10 eines solchen Wettbewerbes hat sicherlich immer seine interessanten Seiten. Dabei sieht man verschiedene Ansätze um zu gewinnen. Dynapso versucht sich zum Beispiel mit einer übersichtlichen Darstellung der Platzierungen unverzichtbar bei Verlinkungen zu machen. Auch diesmal spielen wieder Keyworddomains in den Top10 mit. Totgesagte leben bekanntlich länger … und gehen mit Rastafari-Hilfe auf Ranking-Fang.

Karl mischt ebenfalls wieder mit. Er schreibt wir sollen das Termgewichtungs-Tool in Ruhe lassen – sicher nur ein Ablenkungsmanöver. Schließlich nennt er auch einige häufige Terme auf gut positionierten Websites:
Der Randolf – dem Jorberg sein Sohn – veranstaltet auch 2013 wieder den OMclub und passend dazu einen Seo-Contest. Diesmal werden wir alle zum Seophonisten und versuchen zu SEOphonist zu ranken. Sparhandy haut für den Sieger wieder ein iPhone raus. Ich glaube ich werde blördsch!

Neue Bildersuche: Google wird vertragsbrüchig

Google Bildersuche evil

Die neue Bildersuche von Google macht grade kleine Schlagzeilen. Martin hat dazu bereits eine ganze Artikel-Serie veröffentlicht und eine Protest-Seite gestartet. Auch Pip hat dazu bereits einen ausführlichen Beitrag parat. Auf Webmasterworld berichten erste Nutzer mit viel Bilder-Traffic von Traffic- und Umsatzeinbrüchen. Selbst Spiegel Online hat das Thema aufgegriffen.

Ich will mich hier gar nicht lange mit Details der neuen Bildersuche aufhalten. Das haben andere schon zu Genüge getan. Auch interessiert mich nur bedingt, dass die neue Bildersuche wohl mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht den Weg auf Google.de finden wird. Etwaige Prozeße können eigentlich nur negativ für Google ausgehen. Auch wenn Gerichte natürlich immer wieder für üble Überraschungen gut sein können. Der im Spiegel Online-Artikel zitierte Anwalt Christian Solmecke scheint zumindest dieser Meinung zu sein. Interessant dazu auch das Thumbnail-Urteil des Bundesgerichtshofes.

Womit wir dem eigentlichem Thema dieses Beitrages etwas näher kommen. Denn offensichtlich hat sich der Bundesgerichtshof dabei weniger am Recht, als mehr am gesundem Menschenverstand orientiert oder auch den seit jeher im Internet herrschenden Praktiken, Spielregeln und unausgesprochenen Vereinbarungen. Denn zwischen Webseiten- und Suchmaschinenbetreibern gibt es einen Vertrag. Keinen Vertrag auf Papier oder auch nur eine mündliche Verabredung. Die meisten werden sich darüber auch noch nie große Gedanken gemacht haben.

Dieser Vertrag sieht vor, dass die Suchmaschine sich mit ihren Spidern durch die Webseiten fressen darf. Die erste kleine Einschränkung dabei ist, dass sie dabei nicht Amok läuft und die Server des Seitenbetreibers überfordert. Auf der anderen Seite kann und muss der Webseitenbetreiber vorgeben, welche Inhalte genutzt werden dürfen. Das kann zum Beispiel über die robots.txt erfolgen. Daneben gibt es noch einige weitere Möglichkeiten der Einflußnahme.

Ansonsten sind aber alle öffentlichen Inhalten – ob Texte, Bilder oder Videos – nach Lust und Laune zugänglich. Diese darf die Suchmaschine dann analysieren und ihrem Suchindex zuführen. Im Endergebnis entstehen dann die Suchergebnisse. Hier verwenden die Suchmaschinen dann kurze Ausschnitte von Texten als Snippets, Standbilder als Vorschau für Videos oder Thumbnails als Vorschau auf Bilder. Gegen dieses Vorgehen hat eigentlich niemand „ernstzunehmendes“ etwas einzuwenden. Diese Meinung vertreten sogar deutsche Gerichte. Doch an diesem Punkt wird Google nun „vertragsbrüchig“. Klickt der Nutzer auf das Thumbnail gelangt er nicht zur Seite des Webseitenbetreibers, sondern ihm wird eine große Version gezeigt. Von hier mag er dann vielleicht/eventuell/unter Umständen noch zur Webseite durchklicken. Google nimmt sich dann sogar noch die Frechheit heraus, dieses als Verbesserung für den Webseitenbetreiber zu verkaufen. Man wird nicht nur „vertragsbrüchig“, man versucht auch noch hinters Licht zu führen.

Um den unausgesprochenen Vertrag zwischen Webseitenbetreibern und Google noch kurz auf den Punkt zu bringen:

  • Webseitenbetreiber liefert Google Inhalte
  • Suchmaschinen bereitet diese in Form von kurzen aber aussagekräftigen Vorschauen für Suchende auf
  • Suchende sehen die Vorschau und klicken bei Interesse auf den Link zur liefernden Seite
  • Webseitenbetreiber verdienen am Besucher Geld und können so noch mehr Inhalte liefern
  • Google verdient sich an AdWords „dumm und dämlich“

Oder noch kürzer gesagt: Inhalte gegen Traffic.

Aus deutscher Sicht erscheint das alles noch relativ harmlos. Die Wahrscheinlichkeit für einen Deutschlandstart der neuen Bildersuche erscheint mir gering. Aber am Ende geht es nicht darum, ob wir vielleicht das Glück von schützenden Gesetzen haben. Denn Google wird diese neue Bildersuche natürlich trotzdem in vielen anderen Ländern ausrollen und nur weil es dort vielleicht keine rechtliche Handhabe gibt, macht es das ja nun nicht plötzlich richtig. Denn damit ist Google vielleicht nicht im rechtlichem Sinne „vertragsbrüchig“ geworden, aber im ethischem ganz sicherlich. Der einstige informelle Google-Slogan „Don’t be evil“ mag einem da heute wie blanker Hohn erscheinen … Auf der anderen Seite zeichnen sich Unternehmen eher selten durch ihre Ethik aus. Dazu gibt es im Zweifel Gesetze. Vielleicht sollte man sich in anderen Ländern dazu mehr Gedanken machen und Google öfters auf die Finger schauen.

Facebook Graph Search – Welche Suchen sind möglich? Konkurrenz für Google?

Facebook Graph Search

Facebook hat gestern mit Graph Search ein weiteres „Standbein“ angekündigt. Ich hab mir mal angeschaut welche Suchmöglichkeiten Graph Search bieten soll. Das ganze hier in einer eingedeutschen Variante. Zum Start wird nur englisch unterstützt:

Suchen im Freundeskreis:
– Meine Freunde die in Berlin leben
– Meine Freunde die bei Google arbeiten
– Meine Freunde die Star Wars und Harry Potter mögen
– Personen die „Chris“ heißen und mit Max Mustermann befreundet sind und auf die Stanford University gegangen sind

Dating und Recruiting:
– Freunde von Freunden, die Single Frauen in Berlin sind
– Freunde von Freunden, die bei Facebook arbeiten
– Personen die Produktmanager waren und Unternehmensgründer waren

Bildersuche:
– Fotos von Freunden
– Fotos von Freunden in Paris, Frankreich
– Fotos von Freunden in Nationalparks
– Fotos von meinen Freunden vor 1990
– Fotos die ich geliked habe
– Fotos aus Berlin, Deutschland im Jahr 1990

Entdecken und Market Research
– Filme\Serien die meine Freunde mögen
– Videos von Fernsehserien, die von meinen Freunden geliked wurden
– Fernsehserien die von Softwareentwicklern geliked wurden [Market Research]
– Fernsehserien die von Ärzten geliked wurden [Market Research]
– Musik die von Personen geliked wurde, die Angela Merkel geliked haben [Äh …]
– Sprachen die meine Freunde sprechen [Hilfe bei Übersetzungen]

Lokale Suchen sowie Reisesuchen:
– Ärzte die von meinen Freunden geliked wurden
– Restaurants in Berlin
– Restaurants die von meinen türkischen Freunden geliked wurden
– Restaurants in San Francisco die von Absolventen des Culinary Institute of America geliked wurden
– Bars in Berlin, die von in Berlin lebenden Personen geliked wurden
– Länder, die meine Freunde besucht haben

Über Graph Search kann man nur Inhalte finden, die für einen durch die Privatsphäre-Inhalte auch ohnehin sichtbar sind. Das dürften im wesentlichem die eigenen Inhalte, die von Freunden sowie generell öffentliche Informationen sein. Graph Search ist ein frühes Beta-Produkt. Es wird sicherlich erst eine Weile nur in englischer Sprache zur Verfügung stehen. Für Websuchen – wenn Facebook für die Suchanfrage intern nichts finden – wird man auch hier wieder mit Bing zusammenarbeiten. Vielleicht verhilft dies Bing international zu einem Tick mehr Relevanz …

Die vielleicht spannendste Frage ist, ob wir es hier mit einer Konkurrenzsuche für Google zu tun haben. Für den Moment sind die Überschneidungen aber noch relativ gering. Für einige lokale Suchen bietet sich wohl der Freundeskreis an. Vorausgesetzt dieser ist groß genug und auf Facebook entsprechend aktiv. Daran wird es aber wohl oft mangeln – so zumindest mein Eindruck jenseits der „SEO-Welt“. Größtenteils sind es vermutlich Suchen, die eher zusätzlich durchgeführt werden. Ob daraus über einige Jahre in Teilbereichen eine Google-Konkurrenz erwachsen könnte, bleibt abzuwarten. Die besten Chancen erscheint mir der Bereich lokale Suchen zu haben. Facebook müsste dafür die Nutzer aber auch animieren, noch aktiver über ihre lokalen Aktivitäten zu berichten.

Mehr Infos auf Facebook.

2013 – Trends, Thesen, Ideen zu SEO, Affiliate, Social, ….

Passend zum nahendem Jahresende haben sich ja bereits einige Gedanken zur weiteren Onlinemarkteing und SEO-Entwicklung gemacht. Dem will ich mich natürlich nicht verschließen. Herausgekommen ist nicht nur ein Ausblick, sondern auch mehr oder weniger zufällige Gedanken, die mir immer mal wieder durch den Kopf schwirren.

Mobile
Seit Jahren ein Zauberwort. Die erste Frage ist für mich allerdings, was man der mobilen Nutzung zurechnet. Für mich ist das vor allem Smartphone-Nutzung. Tablets werden hauptsächlich auf dem heimischem Sofa genutzt, dass ist nun wahrlich keine mobile Nutzung. Reagieren muss man aber natürlich auf beides.

Eine der größeren Herausforderungen dürften die vielen verschiedenen Auflösungen sein. Das beginnt aktuell noch bei 480 x 800 Pixeln und endet mittlerweile bei 2560 x 1600 Pixeln. Dabei werden selbst die Top-Smartphones in 2013 mit einer Auflösung von 1920 x 1080 Pixeln ausgestattet sein. Für den Moment scheint „Responsive Design“ die Lösung zu sein, könnte langfristig durch die hohen Auflösungen auf allen Plattformen aber auch wieder überflüssig werden. Kritisch sehe ich beim Responsive Design vor allem, dass es zu elendig langen Scroll-Abenteuern führt. Grundsätzlich gilt auf jeden Fall, dass man bei der Usability die Anforderungen von Touchscreens im Auge behalten sollte.

Betrachtet man mobile Suchen, ist auch ein Vergleich zu Desktop angebracht. Man schaue sich nur den folgenden Graphen der US-Desktop-Suchen an. An den stagnierenden Zahlen dürften Smartphones und Tablets schuld sein:

Monatliche US Desktop-Suchen

Man bedenken allerdings, dass mittlerweile ein Viertel der Amerikaner ein Tablet besitzen. Viele Suchen verlagern sich entsprechend von Desktop auf Tablet und in der Summe dürfte dabei ein weiteres Wachstum herauskommen. Kann man doch jetzt auch vor dem Fernseher bequem surfen und verbringt sicherlich noch mehr Zeit online.

Auf StatCounter findet sich auch ein Vergleich der Entwicklung in Deutschland. Hier dominiert Desktop noch deutlich. Mobile Suchen konnten ihren Anteil innerhalb von 12 Monaten aber immerhin von 1,89 Prozent auf 5,48 Prozent steigern.

Affiliate
Rein gefühlt war der Affiliate-Bereich 2012 relativ ruhig. 2013 verspricht allerdings viel mehr Bewegung. So startet Google mit den Google Product Listing Ads in Deutschland. Preissuchmaschinen dürfte schon länger die große Freude an Google vergangen sein. Seit der Vorstellung von Froogle ist Google lange Zeit ziemlich halbherzig an das Thema herangegangen und macht nun „endlich“ Ernst. Dabei bringt Google sich mit dieser Werbeform aber auch selber in Schwierigkeiten. Normale AdWords-Anzeigen bieten durch das Auktionssystem eine einfache Möglichkeit der Gewinnmaximierung. Eine Preissuchmaschine sollte eigentlich nach Preisen sortieren. Damit wird es aber schwer für Konkurrenz und intransparente Klickpreise zu sorgen … Entsprechend ist es dann auch wenig verwunderlich, das Google kurzerhand standardmässig nicht nach Preisen sortiert.

Da sich bisher zum Beispiel Amazon den Google Product Listing Ads verweigert, versucht Google dies über Affiliates auszugleichen. Das könnte eine interessante kurzfristige Chance werden. Auf Dauer wird Google sich aber nicht mit Affiliates als Mitverdienener abgeben wollen. Das kennen wir ja schon von AdWords. Ärgerlich ist die Entwicklung sicherlich für auf Produktbezeichnungen optimierende Affiliates. In den SERPs wird noch weniger Sichtbarkeit übrig bleiben – als wenn drei AdWords-Anzeigen nicht genug gewesen wären …

Ein wenig Spannung herrscht außerdem bei der Frage, in welchen Bereichen Google 2013 auch in Deutschland selber als Vergleicher tätig wird. Im Gespräch waren zuletzt Autoversicherungen. Wir haben in anderen Ländern vor allem Aktivitäten im Finanzbereich gesehen. Und auch der Reisebereich wird für Google weiterhin von großem Interesse bleiben. Für den Moment wird Google sich hier nur den sehr umsatzträchtigen Branchen und Themengebieten zuwenden.

Für die meisten „SEO-Affiliates“ dürfte der Trend weiterhin klar in Richtung Qualität gehen. Da Google bei den konvertierungsstarken Suchen immer mehr eigene Angebote sowie Werbung einbringt, ist die Frage wo man zukünftig noch am besten den SEO-Traffic abgreifen kann. Mir scheint man am Ende umfangreiche und hochwertige Informationen bieten zu müssen. Dabei gilt es frühzeitig in Entscheidungsprozeße einzusteigen und dann möglichst bis zum Abschluß zu begleiten.

SEO: Social Signals und AuthorRank
Bezogen auf SEO werden Facebook und Twitter Randthemen bleiben. Google wird nicht auf Daten setzen, auf die man sich nicht verlassen kann. Die Spannung liegt hier hauptsächlich bei Google+. Man wird heute bei vielen Suchergebnissen bereits angegrinst. Die Nutzerzahlen sollen sich ganz gut entwickeln. Mein persönlicher Eindruck ist allerdings, dass in Google+ noch ein vielfaches mehr an Leben sein könnte.

Trotzdem dürfte Google+ bereits einen großen Datenhaufen generieren. Die kann man auf vielfältige Art und Weise einsetzen. Bisher wird hier vor allem über den AuthorRank diskutiert. Müssen Redakteure künftig ein gut gepflegtes Google+ Konto vorweisen? Wird dies ein Einstellungskriterium? In welcher Form kann der AuthorRank denn überhaupt eingesetzt werden? Die Qualität von Artikeln anhand des Autors zu bewerten erscheint mir recht schwierig. Ganz einfach weil auch langfristig auf den meisten Seiten kein Autorenprofil eingebunden sein wird. Das macht auch nur bei redaktionellen Artikeln wirklich Sinn. Interessanter wäre es, den AuthorRank als weiteres Bewertungskriterium für Links zu verwenden. OffPage-Optimierung durch Linkbuilding dürfte noch lange nicht tot sein.

Neben dem AutorRank kann man natürlich auch simpler herangehen und sich einfach nur anschauen wie oft eine Url auf Google+ genannt wird und dazu noch das Umfeld bewerten.

SEO: Qualität, Qualität, Qualität
Qualität beginnt bei Inhalten, geht über externe Links und macht auch bei der gesamten Webseitengestaltung und -technik nicht halt. Trotz Google’s Disavow Tool dürfte beim Linkbuilding noch mehr auf Qualität geachtet werden. Denn wer will schon bewerten müssen, welche Links man sich besser entledigen sollte?

Google-Konkurrenz
Irgendwann fällt jedes Imperium – aber für den Moment ist weit und breit kein Google-Konkurrent in Sicht. Spekulationen über eine Facebook-Suchmaschine sind für mich bisher vor allem Fantastereien. Zum Bau einer Suchmaschine braucht es mehr als ein paar Social Media-Daten. Bing haben die Facebook-Daten bisher auch noch nicht viel gebracht. Spannend fände ich es, wenn Microsoft Bing an Facebook abgeben würde. Aber für den Moment wird man in Redmond wohl weiterhin jährlich Millionen in Bing versenken wollen. Klar ist aber auch das Google Facebook mit Sorge betrachtet. Google+ ist nicht zuletzt auch einfach nur eine Absicherung gegen eine stark auf Facebook\Twitter-Daten zurückgreifende Suchmaschine.

Auf mobilen Geräten und Smartphones stellen heute Apps die größte Konkurrenz für Google dar. Die IMDB-App für Filminformationen, die Chefkoch-App für Rezepte, Kaufda für aktuelle Prospekte oder eine der vielen Reise-Apps wie zum Beispiel TripAdvisor. An vielen Stellen lassen sich Web-Suchen durch Suchen in Apps ersetzen. Andy Atkins-Krüger bringt die interessante Idee ins Spiel Web- und App-Suchen in ein Interface zu kombinieren. Ich sehe derzeit nicht, wie dies im Interesse von Google sein könnte, eher etwas womit die Konkurrenz Google ärgern könnte.

Interessant ist auch wie Google mit Amazon weiter umgehen wird. Große dominierende Ecommerce-Unternehmen dürften eigentlich nicht im Interesse von Google sein. Amazon dominiert das Buch-Geschäft, aber auch Elektronikprodukte werden oft direkt auf Amazon gesucht. Der Amazon-Umsatz dürfte 2012 etwa im Bereich von 60 Milliarden US-Dollar liegen. (Das entspricht in etwa dem doppeltem des für Deutschland im Jahr 2012 erwarteten E-Commerce-Umsatzes). Google Trusted Stores dürfte eine Initiative für mehr Alternativen sein. Ebenso testet Google einen Same-Day Delivery-Service in den USA. Aaron Wall hat zu diesem Thema aktuell einen interessanten Beitrag veröffentlicht: Is Google Concerned About Amazon Eating Their Lunch?.

Google Now
Viele SEOs nutzen Apple-Produkte und sind daher vermutlich noch nicht viel mit Google Now in Berührung gekommen. An was Google da arbeitet ist der „helle Wahnsinn“. Im Vergleich dazu wirkt Siri wie ein Marketing-Gag. Als erstes werden die Nutzer mit Google Now noch stärker im „System Google“ verwurzelt. Über die Monetarisierung wird man sich noch rechtzeitig Gedanken machen. Da gibt es tausend Möglichkeiten – nehmen wir zum Beispiel mittägliche Restaurant-Vorschläge. Gerüchte lassen für 2013 auch eine Chrome-Browser-Version von Google Now erwarten.

Lesenswert

InfiniteWP – WordPress-Installationen warten und verwalten

Seit einigen Monate nutze ich InfiniteWP. Zeit es einmal zu bewerten und vorzustellen. Mit InfiniteWP können WordPress-Installationen gewartet und verwaltet werden. Dazu gehört zum Beispiel das Installieren von neuen WordPress-, Plugin- sowie Theme-Versionen. Ebenso können Backups erstellt werden. Neben der Datenbank können hier auch alle Dateien gesichert werden. Zum Backup gehören also unter anderem auch alle Uploads. Zudem kann ein Backup auch wieder auf Knopfdruck eingespielt werden.

Beim Start prüft InfiniteWP automatisch alle mit dem Tool verbundenen WordPress-Installationen und gibt an welche Updates durchzuführen sind. Mit einem Knopfdruck (One-Click-Update) kann man dann alle Aktualisierungen veranlassen. So richtig nützlich wird es also, wenn man sehr viele Installationen zu warten hat.

InfiniteWP

InfiniteWP wird kostenlos angeboten. Hier sind die Basisfunktionen wie Updates und Backups nutzbar. Für moderate Preise kann man sich eine ganze Reihe von Addons kaufen. So gibt es für 49 US-Dollar das Addon „Backup to Repositories“ – hiermit können Backups per FTP auf andere Server oder zu Cloud-Diensten wie Amazon S3 und Dropbox durchgeführt werden. Mit einem weiterem Addon für 69 US-Dollar werden automatische tägliche, wöchentliche oder monatliche Backups möglich.

Mir reicht für den Moment die kostenlose Version. Wichtig ist mir, schnell ein ganzes Paket an WordPress-Installationen auf den aktuellsten Stand zu bringen. Es empfiehlt sich aber natürlich, trotzdem noch einen Blick drauf zu werfen. Denn neue Plugins, Themen und WP-Versionen können sich immer einmal gegenseitig in die Quere kommen. Daneben habe ich auch ein paar Seiten, bei denen mir gelegentliche Backups wichtig sind.

InfiniteWP wird im Gegensatz zu einigen Wettbewerben selber gehostet. Was natürlich seine Vor- und Nachteile hat. Ich habe InfiniteWP aktuell im Büro auf einem kleinem Windows-Server laufen. Was dann speziell den Nachteil hat, dass man die Cronjob-Dienste nicht ohne weiteres nutzen kann. Da wird sich hoffentlich über den Windows Task Scheduler noch etwas hinbekommen lassen. In den zu wartenden WordPress-Installationen muss außerdem ein Plugin installiert werden.

Unterm Strich kann ich InfiniteWP nur weiterempfehlen. Eine große Arbeitserleichterung sowie Zeitersparnis. Meine WordPress-Seiten sind damit jetzt immer auf einem halbwegs aktuellem Versionsstand …

Ich bin eher zufällig bei InfiniteWP gelandet. Ich bin im Web drüber gestolpert und habe es einfach spontan ausprobiert. Es gibt auch einige Wettbewerber: ManageWP, Worpit und xMarkPro. Diese haben durchaus einige Unterscheidungsmerkmale. Ich habe sie mir allerdings nicht näher angeschaut.